Katzen
Erbrechen bei Katzen: Ursachen, Bedenken und Pflege
Wenn Sie Katzenbesitzer sind, haben Sie wahrscheinlich schon einmal erlebt, wie einer Ihrer Samtpfoten sich erbrochen hat. Erbrechen kommt bei Katzen häufig vor, sollte jedoch niemals als normales Verhalten angesehen werden.
Von Dr. Isabella Miao
8 min read
Während gelegentliches Erbrechen bei Katzen nicht unbedingt Grund zur Besorgnis sein muss, kann anhaltendes oder häufiges Erbrechen auf zugrunde liegende Gesundheitsprobleme hinweisen. Hier ist alles, was Sie wissen müssen, wenn Ihre Katze erbricht.

Arten des Erbrechens bei Katzen
Erbrechen bei Katzen lässt sich in zwei Hauptkategorien einteilen: chronisches und akutes Erbrechen.
Akutes Erbrechen
Akutes Erbrechen bezieht sich auf plötzliche, kurzzeitige Erbrechensepisoden bei Katzen.
Es kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z. B. Ernährungsfehler (Fressen von etwas Ungewöhnlichem oder Giftigem), Infektionen, Haarballen, Reisekrankheit oder andere vorübergehende Probleme.
Akutes Erbrechen klingt in der Regel von selbst ab oder erfordert nur minimale Eingriffe, sobald die Ursache identifiziert und behoben wurde.
Wenn das akute Erbrechen anhält oder schwerwiegend ist, kann ein Besuch beim Tierarzt zur Diagnose und Behandlung erforderlich sein.
Chronisches Erbrechen
Chronisches Erbrechen ist gekennzeichnet durch wiederkehrendes oder anhaltendes Erbrechen über einen längeren Zeitraum, typischerweise Wochen bis Monate.
Es deutet oft auf zugrunde liegende medizinische Erkrankungen oder Krankheiten hin und sollte nicht ignoriert werden.
Mögliche Ursachen für chronisches Erbrechen bei Katzen sind Magen-Darm-Erkrankungen (z. B. chronisch entzündliche Darmerkrankung, Gastritis), Organfunktionsstörungen (z. B. Nierenerkrankung, Lebererkrankung), Krebs, Futtermittelallergien oder chronische Infektionen.
Was verursacht Erbrechen bei Katzen?
Katzen können aus verschiedenen Gründen erbrechen, und gelegentliches Erbrechen ist nicht ungewöhnlich. Erbrechen ist ein natürlicher Abwehrmechanismus der Katze, um Schädliches aus dem Magen oder Verdauungssystem zu entfernen. Hier sind einige häufige Ursachen für Erbrechen bei Katzen:
Ernährungsfaktoren
- Zu schnelles Fressen: Katzen, die zu schnell fressen, schlucken zusammen mit dem Futter Luft, was zu Erbrechen führen kann.
- Plötzliche Futterumstellung: Eine abrupte Änderung der Ernährung kann den Magen einer Katze reizen und zu Erbrechen führen.
- Verdorbenes Futter: Der Verzehr von verdorbenem oder kontaminiertem Futter kann Erbrechen verursachen.
- Futtermittelallergien oder -unverträglichkeiten: Manche Katzen reagieren allergisch oder unverträglich auf bestimmte Inhaltsstoffe in ihrem Futter.
- Haarballen: Katzen pflegen ihr Fell durch Lecken und verschlucken dabei Haare. Mit der Zeit können sich diese im Magen ansammeln und Haarballen bilden. Durch Erbrechen kann die Katze diese Haarballen ausscheiden.

Darmparasiten
Darmparasiten können sich an der Schleimhaut des Magens oder Darms festsetzen und Reizungen sowie Entzündungen verursachen. Diese Reizung kann die natürlichen Abwehrmechanismen des Körpers auslösen, einschließlich Erbrechen, um die Reizstoffe auszuscheiden.
Einige Parasiten setzen im Rahmen ihres Lebenszyklus Toxine frei. Diese Toxine können die Magenschleimhaut schädigen und zu gastrointestinalen Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen führen.
In einigen Fällen kann ein starker Befall mit Würmern oder anderen Parasiten den Verdauungstrakt physisch blockieren, was ebenfalls zu Erbrechen führt, da der Körper versucht, die Blockade zu beseitigen.
Häufige Symptome, die neben Erbrechen mit Darmparasiten einhergehen können, sind Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust und Müdigkeit.
Infektionen und Krankheiten
Verschiedene Infektionen und Krankheiten können bei Katzen Erbrechen verursachen, darunter virale oder bakterielle Infektionen, Magen-Darm-Erkrankungen, Pankreatitis oder Nierenerkrankungen.
- Feline Panleukopenie-Virus (FPV), Felines Calicivirus (FCV) und Felines Herpesvirus (FHV) sind Beispiele für Viren, die gastrointestinale Symptome, einschließlich Erbrechen, verursachen können.
- Salmonellen und Campylobacter gehören zu den Bakterien, die bei Katzen Magen-Darm-Probleme verursachen können.
- Chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED)
- Pankreatitis
- Nierenerkrankung
- Lebererkrankung
Fremdkörper
Katzen sind neugierige Tiere und können Gegenstände wie Spielzeug, Schnüre oder kleine Teile verschlucken, die nicht verdaut werden können. Dies kann zu Erbrechen führen, wenn der Gegenstand den Magen reizt oder im Verdauungstrakt stecken bleibt.
Krebs
Krebs kann Katzen genauso betreffen wie Menschen und sich in verschiedenen Körperteilen manifestieren, einschließlich des Verdauungstrakts. Tumore im Verdauungstrakt sind bei Katzen relativ häufig und können eine Reihe von Symptomen verursachen, darunter Erbrechen. Es gibt verschiedene Krebsarten, die das Verdauungssystem einer Katze beeinträchtigen können, darunter Plattenepithelkarzinome in der Mundhöhle, Magenkrebs und Darmkrebs. Diese Krebsarten können den normalen Verdauungsprozess stören und zu Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit führen.
Tabelle der Farben von Katzenerbrochenem
Katzenerbrochenes kann verschiedene Farben haben, und die Farbe kann manchmal Hinweise auf den Gesundheitszustand geben. Hier ist eine allgemeine Übersichtstabelle:
Farbe |
Mögliche Ursachen |
Mögliche Behandlungen |
Klar oder schaumig |
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Gelb oder Gelbgrün |
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Braun |
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Rot |
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Rosa |
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/ |
Grün |
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Schwarz |
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Orange |
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/ |
Bitte beachten Sie, dass diese Tabelle nur als allgemeiner Anhaltspunkt dient und die Farbe des Erbrochenen allein keine definitive Diagnose liefert. Wenn Sie ungewöhnliches Erbrechen bei Ihrer Katze bemerken, insbesondere wenn es anhält oder von anderen Symptomen wie Lethargie, Appetitlosigkeit oder Verhaltensänderungen begleitet wird, ist es wichtig, einen Tierarzt für eine ordnungsgemäße Untersuchung und Diagnose aufzusuchen.
Hausmittel gegen Erbrechen bei Katzen
Wenn Ihre Katze gelegentlich erbricht und keine anderen besorgniserregenden Symptome zeigt, können Sie einige Hausmittel ausprobieren, um das Problem zu lindern. Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass diese Mittel keinen Ersatz für professionelle tierärztliche Versorgung darstellen, insbesondere wenn das Erbrechen anhält oder sich verschlimmert. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt für Rat und Anleitung. Hier sind einige Hausmittel, die helfen können:
- Fasten: Wenn Ihre Katze erbrochen hat, geben Sie ihr 12–24 Stunden lang kein Futter, damit sich der Magen beruhigen kann. Stellen Sie während dieser Zeit sicher, dass sauberes, frisches Wasser verfügbar ist, um Dehydrierung zu vermeiden.
- Kleine, häufige Mahlzeiten: Wenn Ihre Katze zum Erbrechen neigt, füttern Sie sie tagsüber lieber kleineren, häufigeren Portionen statt ein oder zwei großen Mahlzeiten. Dies kann die Belastung des Magens verringern.
- Mittel gegen Haarballen: Wenn Haarballen als Ursache für das Erbrechen vermutet werden, sollten Sie Mittel gegen Haarballen oder Gleitmittel verwenden. Diese können der Katze helfen, Haarballen leichter auszuscheiden. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach geeigneten Produkten und Dosierungen.
- Hydratation: Stellen Sie sicher, dass Ihre Katze gut hydriert ist, besonders wenn sie erbrochen hat. Sie können das Trinken fördern, indem Sie frisches Wasser anbieten oder einen Trinkbrunnen für Haustiere verwenden, den manche Katzen bevorzugen. Sie können auch Eiswürfel zum Ablecken oder kleine Mengen natriumarmer Hühnerbrühe (ohne Zwiebeln oder Knoblauch) anbieten, um sie zum Trinken zu animieren.
- Leichte Diät: Bieten Sie Ihrer Katze einige Tage lang eine leichte Diät an. Diese besteht normalerweise aus gekochtem Hühnchen oder gekochtem Reis (ohne jegliche Gewürze oder Zusätze). Sie können auch kommerzielle Schonkost für Katzen probieren, die in Zoohandlungen und Tierkliniken erhältlich ist.
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Erbrechen bei Katzen – Wann sollte man sich Sorgen machen?
Hier sind einige Richtlinien, wann Sie sich wegen Erbrechen bei Katzen Sorgen machen sollten:
- Wenn das Erbrechen häufig auftritt (mehr als einmal täglich über mehrere Tage) oder länger als 24–48 Stunden anhält, ist Vorsicht geboten.
- Wenn Sie Blut im Erbrochenen Ihrer Katze bemerken (hellrot oder dunkel, kaffeesatzartig), ist dies ein ernstes Zeichen, das sofortige Aufmerksamkeit erfordert. Es könnte auf innere Blutungen, Geschwüre oder andere schwere Zustände hinweisen.
- Wenn Ihre Katze lethargisch ist, Durchfall hat, appetitlos ist, Bauchschmerzen hat oder Anzeichen von Not zeigt, sollten Sie umgehend tierärztliche Hilfe suchen.
- Wenn Sie vermuten, dass Ihre Katze einen Fremdkörper (wie Spielzeug oder Schnur) oder eine giftige Substanz (wie bestimmte Pflanzen, Chemikalien oder Medikamente) verschluckt hat, suchen Sie sofort einen Tierarzt auf.
- Anhaltendes Erbrechen kann bei Katzen zu Dehydrierung führen, was gefährlich sein kann. Anzeichen einer Dehydrierung sind trockenes Zahnfleisch, Lethargie, eingefallene Augen und Haut, die beim sanften Ziehen nicht sofort zurückfedert.

Wie Tierärzte Erbrechen bei Katzen behandeln
Die Behandlung von Erbrechen bei Katzen hängt von der Ursache und der Schwere des Zustands ab. Wenn Sie mit Ihrer Katze wegen Erbrechens zum Tierarzt gehen, wird dieser in der Regel systematisch vorgehen, um das Problem zu diagnostizieren und zu behandeln:
Je nach Einschätzung des Tierarztes und den Symptomen der Katze können verschiedene diagnostische Tests empfohlen werden, einschließlich Blutuntersuchungen, Urinanalyse, Röntgenaufnahmen oder Ultraschall. Diese Tests können helfen, zugrunde liegende Probleme wie Nierenerkrankungen, Leberprobleme, Pankreatitis oder Verstopfungen im Magen-Darm-Trakt zu identifizieren.
Die Behandlung hängt von der spezifischen Diagnose ab. Häufige Behandlungen für Erbrechen bei Katzen können Folgendes umfassen:
- Flüssigkeitstherapie: Bei bestehender Dehydrierung kann der Tierarzt Flüssigkeiten verabreichen, um Ihre Katze zu rehydrieren. Zum Beispiel Elektrolytlösungen.
- Medikamente: Wenn eine zugrunde liegende Erkrankung oder Infektion vorliegt, kann der Tierarzt Medikamente zur Behandlung verschreiben. Dazu können Antibiotika, Antiemetika (zur Kontrolle des Erbrechens), Entwurmungsmittel für Katzen oder Medikamente zur Behandlung spezifischer Erkrankungen gehören.
- Ernährungsumstellung: In einigen Fällen kann eine vorübergehende Änderung der Ernährung empfohlen werden. Der Tierarzt kann eine leichte Diät oder eine spezielle Rezeptdiät vorschlagen, um den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen.
- Operation: Wenn ein Fremdkörper oder eine Blockade festgestellt wird, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um diesen zu entfernen.
- Krankenhausaufenthalt: In schweren Fällen oder wenn die Katze nichts bei sich behalten kann, kann ein Krankenhausaufenthalt für eine intensivere Behandlung und Überwachung erforderlich sein.
- Nachsorge: Der Tierarzt kann Nachsorgetermine vereinbaren, um den Fortschritt Ihrer Katze zu überwachen und den Behandlungsplan bei Bedarf anzupassen.
Ist Bluterbrechen bei Katzen ein Notfall?
Ja, wenn eine Katze Blut erbricht, gilt dies als medizinischer Notfall, und Sie sollten sofort tierärztliche Hilfe suchen. Das Erbrechen von Blut, auch Hämatemesis genannt, ist ein ernstes und potenziell lebensbedrohliches Symptom bei Katzen. Es kann ein Zeichen für verschiedene zugrunde liegende Erkrankungen sein, wie z. B. die Aufnahme giftiger Substanzen, von denen einige schwerwiegend sein können und sofortige Aufmerksamkeit erfordern.
Fazit
Erbrechen bei Katzen kann von harmlosen Haarballen bis hin zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen reichen. Das Verständnis der häufigsten Ursachen, das Wissen, wann man besorgt sein sollte, und die Bereitstellung angemessener Pflege sind wesentliche Aspekte einer verantwortungsvollen Haustierhaltung. Stellen Sie stets das Wohlbefinden Ihrer Katze an erste Stelle und konsultieren Sie im Zweifel einen Tierarzt. Mit der richtigen Aufmerksamkeit und Pflege können Sie dazu beitragen, dass Ihr samtpfotiger Begleiter ein glückliches und gesundes Leben führt.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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