Hunde
Gelenkschmerzen beim Hund: Anzeichen und wie Sie helfen können
Große und riesige Rassen können bereits im Alter von 5 bis 6 Jahren erste Anzeichen von Gelenkschmerzen zeigen, während kleinere Rassen oft erst später, typischerweise ab einem Alter von etwa 8 bis 10 Jahren oder sogar noch später, mit nennenswerten Gelenkproblemen konfrontiert werden.
Von Dr. Isabella Miao
7 min read
Als geliebte Mitglieder unserer Familien bringen Hunde Freude, Gesellschaft und Loyalität in unser Leben. Doch wie Menschen können auch Hunde im Alter verschiedene Gesundheitsprobleme entwickeln, wobei Gelenkschmerzen zu den häufigsten zählen. Gelenkschmerzen können die Lebensqualität und Mobilität eines Hundes erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel befassen wir uns mit den Ursachen, Symptomen und Behandlungsstrategien für Gelenkschmerzen bei Hunden.

Was sind Gelenkschmerzen bei Hunden?
Gelenkschmerzen bei Hunden, wie sie beispielsweise durch abgenutzten Knorpel verursacht werden, treten typischerweise aufgrund der Entwicklung degenerativer Gelenkerkrankungen auf, wobei Arthrose die häufigste ist.
Knorpel ist ein glattes, gleitfähiges Gewebe, das die Knochenenden in einem Gelenk bedeckt. Er wirkt als Stoßdämpfer und ermöglicht eine reibungslose Gelenkbewegung. Im Laufe der Zeit können Verschleiß, Verletzungen oder genetische Faktoren zu Knorpelschäden oder -abbau führen. Wenn sich der Knorpel verschlechtert, wird das Gelenk weniger gepolstert und anfälliger für Schmerzen und Entzündungen.
Als Reaktion auf Knorpelschäden oder -verschleiß kann das körpereigene Immunsystem eine entzündliche Reaktion im Gelenk auslösen. Entzündungen sind ein natürlicher Abwehrmechanismus, aber chronische Entzündungen können Gelenkschmerzen verstärken und das umliegende Gewebe schädigen.

Ursachen von Gelenkschmerzen bei Hunden
- Alterung: Gelenkschmerzen bei Hunden treten oft mit zunehmendem Alter auf. Im Laufe der Zeit kann der Verschleiß an ihren Gelenken zu Erkrankungen wie Arthrose führen, die die häufigste Ursache für Gelenkschmerzen bei älteren Hunden ist.
- Genetik: Einige Rassen sind genetisch anfällig für Gelenkprobleme wie Hüftdysplasie oder Ellbogendysplasie. Diese Erkrankungen können bereits in jungen Jahren Schmerzen und Beschwerden verursachen. Hüftdysplasie tritt bei bis zu 75 Prozent bestimmter Hunderassen wie der Englischen Bulldogge auf, kommt aber auch bei einer Vielzahl anderer Hunderassen vor.
- Fettleibigkeit: Übergewicht belastet die Gelenke eines Hundes zusätzlich, was zu Gelenkschmerzen und einem erhöhten Risiko für gelenkbezogene Erkrankungen führt.
- Verletzung: Traumatische Ereignisse wie Unfälle oder Stürze können die Gelenke eines Hundes schädigen und sofortige Schmerzen verursachen oder später im Leben zu chronischen Problemen führen.
- Infektionen und Krankheiten: Bestimmte Krankheiten und Infektionen wie Lyme-Borreliose oder immunvermittelte Gelenkerkrankungen können zu Gelenkentzündungen und Schmerzen führen.
In welchem Alter bekommen Hunde Gelenkschmerzen?
Im Allgemeinen neigen größere Hunderassen dazu, früher Gelenkprobleme zu entwickeln als kleinere Rassen, da ihre größeren Körpermaße die Gelenke stärker belasten. Große und riesige Rassen können bereits im Alter von 5 bis 6 Jahren Anzeichen von Gelenkschmerzen zeigen, während kleinere Rassen oft erst später, typischerweise im Alter von etwa 8 bis 10 Jahren oder sogar noch später, signifikante Gelenkprobleme entwickeln.
Häufige Gelenkprobleme bei Hunden sind Erkrankungen wie Arthrose, Hüftdysplasie und degenerative Gelenkerkrankungen. Diese Zustände können zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen.

Anzeichen von Gelenkschmerzen bei Hunden
Das Erkennen der Anzeichen von Gelenkschmerzen bei Ihrem Hund ist entscheidend für ein frühzeitiges Eingreifen und eine effektive Behandlung. Häufige Symptome sind:
- Hinken oder Schonhaltung eines Beins.
- Steifheit, insbesondere nach Ruhephasen.
- Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinlegen.
- Zögern beim Treppensteigen oder Springen.
- Deutliche Schmerzreaktionen bei Berührung oder Handhabung.
- Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit oder Aggression, die oft durch schmerzbedingtes Unwohlsein verursacht werden.
Hausmittel gegen Gelenkschmerzen bei Hunden
Wenn die Symptome Ihres Hundes nicht schwerwiegend sind und die Gelenkschmerzen gerade erst beginnen, können folgende Hausmittel hilfreich sein:
- Warme Kompresse: Das Auflegen einer warmen Kompresse auf die betroffene Stelle kann vorübergehende Linderung bei Gelenkschmerzen bieten. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu heiß ist, um Verbrennungen der Hundehaut zu vermeiden.
- Massage: Eine sanfte Massage kann die Durchblutung fördern, Muskelverspannungen lösen und Ihrem Hund bei schmerzenden Gelenken etwas Komfort verschaffen.
- Ausreichend Ruhe: Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund ein bequemes und stützendes Bett hat, in dem er sich ausruhen kann. Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Gelenkschmerzen verschlimmern könnten.
Was kann man Hunden bei Gelenkschmerzen geben?
- Gelenknahrungsergänzungsmittel: Glucosamin- und Chondroitinpräparate für Hunde werden häufig zur Unterstützung der Gelenkgesundheit eingesetzt. Diese Ergänzungsmittel können helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Knorpelregeneration zu fördern.
- Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren, die häufig in Fischöl (Sardinenöl für Hunde) enthalten sind, können entzündungshemmende Eigenschaften haben und bei Gelenkbeschwerden helfen.
- Kurkuma: Kurkuma enthält einen natürlichen entzündungshemmenden Wirkstoff namens Curcumin. Sie können eine kleine Menge Kurkuma unter das Futter Ihres Hundes mischen, sollten jedoch Ihren Tierarzt bezüglich der richtigen Dosierung konsultieren.
- Verschreibungspflichtige Medikamente: Wenn die Gelenkschmerzen Ihres Hundes stark sind, kann Ihr Tierarzt Schmerzmittel oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur kurzfristigen Linderung verschreiben. Dazu gehören Carprofen, Meloxicam, Deracoxib und Firocoxib.
Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?
Während leichte oder gelegentliche Gelenkbeschwerden möglicherweise keine sofortige tierärztliche Behandlung erfordern, sollten Sie in folgenden Fällen einen Tierarzt konsultieren:
- Starke Schmerzen: Wenn Ihr Hund starke Schmerzen hat, nicht mehr laufen oder sich bewegen kann oder vor Schmerz jault, suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe auf. Starke Schmerzen können auf ein ernstes zugrunde liegendes Problem hinweisen, das sofortige Aufmerksamkeit erfordert.
- Anhaltende Symptome: Wenn die Gelenkschmerzen Ihres Hundes trotz Ruhe oder rezeptfreier Schmerzmittel länger als ein paar Wochen anhalten, ist dies ein Zeichen dafür, dass es sich um mehr als nur eine leichte Zerrung oder Verstauchung handeln könnte.
- Schwellungen und Entzündungen: Wenn das betroffene Gelenk sichtbar geschwollen ist, sich warm anfühlt oder Anzeichen einer Entzündung zeigt, könnte dies auf eine Verletzung, eine Infektion oder eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen, die eine tierärztliche Untersuchung erfordert.
- Hinken oder Lahmheit: Wenn Ihr Hund konstant hinkt oder ein Bein schont, deutet dies auf ein Problem mit dem Gelenk, Muskel oder Knochen hin. Ein Tierarzt kann eine gründliche Untersuchung durchführen, um das Problem zu diagnostizieren.
Wie behandeln Tierärzte Gelenkschmerzen bei Hunden?
Tierärzte wenden eine Vielzahl von nicht-chirurgischen und chirurgischen Behandlungen an, um Gelenkschmerzen bei Hunden zu lindern. Die Wahl der Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab.
Physiotherapie und Rehabilitation
Physiotherapeutische Übungen können die Muskelkraft, die Gelenkstabilität und den Bewegungsradius verbessern.
Methoden wie Kaltlasertherapie, Ultraschall und Hydrotherapie können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren.
Ernährungsumstellung: Spezielle Diäten, die zur Unterstützung der Gelenkgesundheit entwickelt wurden, können empfohlen werden. Diese Diäten enthalten oft Inhaltsstoffe wie Glucosamin und Chondroitin.
Hilfsmittel: Mobilitätshilfen wie orthopädische Betten, Rampen und Bandagen können Hunden mit Gelenkschmerzen Halt und Komfort bieten.
Chirurgische Behandlungen
- Arthroskopie: Minimalinvasive Verfahren können verwendet werden, um Gelenkprobleme zu visualisieren und zu behandeln. Dabei können beschädigter Knorpel und Knochenfragmente entfernt oder Bänder repariert werden.
- Totaler Gelenkersatz: Bei schweren Gelenkschäden können Tierärzte eine Operation zum totalen Gelenkersatz empfehlen. Dies wird am häufigsten für die Hüfte (totaler Hüftgelenkersatz) oder den Ellbogen (totaler Ellbogengelenkersatz) durchgeführt.
- Tibiale Plateau-Nivellierungsosteotomie (TPLO) und Reparatur des vorderen Kreuzbandes (CCL): Diese Operationen werden durchgeführt, um Kreuzbandverletzungen im Kniegelenk zu behandeln.
- Osteotomie: Knochenkorrekturoperationen können verwendet werden, um Gelenke neu auszurichten und zu stabilisieren, insbesondere bei Winkelfehlstellungen der Gliedmaßen.
- Arthrodese: Die Versteifung eines Gelenks kann als letztes Mittel in Betracht gezogen werden, um starke Schmerzen und Instabilität in bestimmten Gelenken zu lindern.

Die Wahl zwischen nicht-chirurgischen und chirurgischen Behandlungen hängt von Faktoren wie dem Alter des Hundes, dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem spezifisch betroffenen Gelenk und dem Ausmaß des Gelenkschadens ab. Ihr Tierarzt wird eine gründliche Untersuchung durchführen, die Röntgenaufnahmen und andere diagnostische Tests umfassen kann, um den besten Behandlungsplan für die Gelenkschmerzen Ihres Hundes festzulegen.
Welche Übungen eignen sich, wenn Gelenkschmerzen durch Fettleibigkeit verursacht werden?
Wenn Gelenkschmerzen bei Hunden durch Fettleibigkeit verursacht oder verstärkt werden, ist es wichtig, Bewegung in ihren Alltag zu integrieren, damit sie allmählich abnehmen und ihre allgemeine Gelenkgesundheit verbessern. Hier sind einige gelenkschonende Übungen, die in Betracht gezogen werden können:
- Spazieren gehen: Regelmäßige, kontrollierte Spaziergänge an der Leine können eine hervorragende Übung für übergewichtige Hunde sein. Beginnen Sie mit kurzen Spaziergängen und steigern Sie die Dauer allmählich, wenn die Ausdauer Ihres Hundes zunimmt. Vermeiden Sie unebenes oder hügeliges Gelände, das die Gelenke belasten könnte.
- Schwimmen: Schwimmen ist eine gelenkschonende Sportart. Viele Hunde genießen es, und es hilft, Muskeln aufzubauen und den Gewichtsverlust zu fördern. Erwägen Sie, Ihren Hund an Hydrotherapiesitzungen teilnehmen zu lassen, falls verfügbar.
- Wasserlaufband: Wenn Ihr Hund Wasser mag, kann ein Wasserlaufband kontrolliertes Training in einer unterstützenden Umgebung bieten. Der Auftrieb des Wassers reduziert die Belastung der Gelenke.
- Stationäres Radfahren: Einige Tierärzte empfehlen die Verwendung eines speziellen Hundefahrrads oder eines entsprechenden Aufsatzes für ein normales Heimtrainer-Rad, damit Ihr Hund mitradeln kann, während Sie fahren. Dies bietet eine gelenkschonende Bewegung.
Können Gelenkschmerzen bei Hunden geheilt werden?
Gelenkschmerzen bei Hunden können oft behandelt und verbessert werden, aber in vielen Fällen, insbesondere wenn sie auf eine chronische Erkrankung wie Arthrose zurückzuführen sind, können sie möglicherweise nicht vollständig geheilt werden. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungen und Strategien, die helfen können, Gelenkschmerzen bei Hunden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Fazit
Gelenkschmerzen bei Hunden sind eine häufige und oft gut behandelbare Erkrankung, die die Lebensqualität Ihres pelzigen Freundes erheblich beeinträchtigen kann. Früherkennung und angemessene Behandlung sind der Schlüssel, damit Ihr Hund ein glückliches und schmerzfreies Leben führen kann. Durch enge Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt und die Umsetzung eines umfassenden Behandlungsplans können Sie die bestmögliche Versorgung für Ihren vierbeinigen Begleiter sicherstellen und gewährleisten, dass er seine goldenen Jahre in vollen Zügen genießt.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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