Hunde
Mittelohrentzündung bei Hunden
Otitis media bei Hunden ist eine Entzündung oder Infektion des Mittelohrs. Otitis media kann schmerzhaft sein und ein großes Problem oder eine Komplikation der Otitis externa darstellen, bei der es sich um eine Infektion oder Entzündung des äußeren Gehörgangs handelt.
Von Dr. Isabella Miao
7 min read
Otitis media, allgemein bekannt als Mittelohrentzündung, kann Hunde aller Rassen und Altersstufen betreffen. Dieser schmerzhafte Zustand kann zu Beschwerden und potenziellen Komplikationen führen, wenn er unbehandelt bleibt. Das Verständnis der Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten für Otitis media bei Hunden ist für eine verantwortungsvolle Haustierhaltung unerlässlich. In diesem Artikel tauchen wir in die Welt der Otitis media ein und erkunden, wie Sie Ihren pelzigen Begleiter am besten pflegen können.
Was ist Otitis Media bei Hunden?
Otitis media bei Hunden ist ein medizinischer Begriff zur Beschreibung einer Entzündung oder Infektion des Mittelohrs. Das Mittelohr ist der Raum direkt hinter dem Trommelfell (Tympanon) und wird durch das Trommelfell vom äußeren Gehörgang (dem sichtbaren Teil) getrennt. Otitis media kann schmerzhaft sein und entweder als primäres Problem oder als Komplikation einer Otitis externa auftreten, bei der es sich um eine Infektion oder Entzündung des äußeren Gehörgangs handelt.
Arten der Otitis Media bei Hunden
Otitis media bei Hunden bezieht sich auf eine Entzündung oder Infektion des Mittelohrs, also des Raums hinter dem Trommelfell. Es gibt zwei Haupttypen der Otitis media bei Hunden, die jeweils eigene zugrunde liegende Ursachen und Merkmale aufweisen:
Eitrige Otitis Media
Die eitrige Otitis media ist durch das Vorhandensein von Eiter oder eitrigem Sekret im Mittelohr gekennzeichnet. Diese Art der Otitis media ist häufig mit bakteriellen Infektionen verbunden. Häufige Ursachen und Faktoren, die zur eitrigen Otitis media beitragen, sind:
- Unbehandelte oder unzureichend behandelte Otitis externa (Gehörgangsentzündung).
- Bakterielle Invasion des Mittelohrs.
- Fremdkörper oder Traumata, die das Trommelfell schädigen und Bakterien den Eintritt ins Mittelohr ermöglichen.
- Chronische Ohrinfektionen, die sich vom äußeren Gehörgang auf das Mittelohr ausbreiten.
Seröse Otitis Media
Die seröse Otitis media ist durch die Ansammlung von klarer oder seröser Flüssigkeit im Mittelohr gekennzeichnet. Im Gegensatz zur eitrigen Otitis media tritt bei dieser Form typischerweise kein Eiter auf. Häufige Ursachen und Faktoren, die zur serösen Otitis media beitragen, sind:
- Allergien: Allergische Reaktionen können zur Produktion von überschüssiger Flüssigkeit im Mittelohr führen.
- Tubenbelüftungsstörung: Die Eustachische Röhre verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum und hilft beim Druckausgleich. Eine Funktionsstörung dieser Röhre kann zur Ansammlung von Flüssigkeit führen.
- Tumore oder Polypen im Ohr: Diese Wucherungen können die Eustachische Röhre blockieren oder anatomische Veränderungen im Ohr verursachen, was zu einem Flüssigkeitsstau führt.
- Strukturelle Anomalien: Manche Hunde haben angeborene oder erworbene anatomische Probleme, die sie anfälliger für seröse Otitis media machen.
Was sind die Symptome einer Otitis bei Hunden?
Das Erkennen einer Otitis media bei Hunden kann schwierig sein, da sich die Symptome mit denen anderer ohrbezogener Probleme überschneiden können. Es ist wichtig, auf folgende Anzeichen zu achten:
- Kopfschütteln: Hunde mit Ohrenschmerzen schütteln oft heftig den Kopf.
- Ohrkratzen: Hartnäckiges Kratzen am betroffenen Ohr bzw. an den betroffenen Ohren ist ein häufiges Zeichen für Unwohlsein.
- Übler Geruch: Ein unangenehmer Geruch, der aus dem Ohr strömt, kann auf eine Infektion hinweisen.
- Ausfluss: Ausfluss aus dem Ohr kann wachsartig oder eitrig (eiterhaltig) sein.
- Schmerz oder Empfindlichkeit: Hunde mit Otitis media zeigen möglicherweise Schmerzen oder Empfindlichkeit, wenn Sie ihre Ohren berühren oder untersuchen.
- Gleichgewichtsstörungen: Schwere Fälle von Otitis media können das Gleichgewicht eines Hundes beeinträchtigen und zu Stolpern oder Schiefhalten des Kopfes führen.
- Hörverlust: In einigen Fällen kann ein Hörverlust auftreten, wenn die Infektion über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleibt.

Was verursacht Otitis Media bei Hunden?
Otitis media tritt auf, wenn das Mittelohr, der Raum hinter dem Trommelfell, entzündet oder infiziert ist. Mehrere Faktoren können zur Entwicklung dieses Zustands bei Hunden beitragen:
- Otitis Externa: Eine der Hauptursachen für Otitis media ist die Otitis externa, eine Außenohrentzündung. Wenn sie unbehandelt bleibt, kann sich die Otitis externa auf das Mittelohr ausbreiten und zu schwerwiegenderen Komplikationen führen.
- Anatomie: Bestimmte Rassen, insbesondere solche mit Schlappohren, sind aufgrund der schlechten Luftzirkulation im Gehörgang anfälliger für Ohrinfektionen. Rassen wie Cocker Spaniel und Basset Hound sind besonders gefährdet.
- Fremdkörper: Fremdkörper wie Grassamen oder kleine Insekten können sich im Ohr eines Hundes festsetzen und Reizungen sowie Infektionen verursachen.
- Allergien: Hunde mit Allergien, sei es umweltbedingt oder futterbedingt, entwickeln eher Ohrinfektionen, die schließlich zu einer Otitis media fortschreiten können.
- Übermäßige Feuchtigkeit: Übermäßige Feuchtigkeit in den Ohren, oft verursacht durch Schwimmen oder Baden, kann ein Umfeld schaffen, das das Wachstum von Bakterien oder Pilzen begünstigt.
Wie wird Otitis Media bei Hunden diagnostiziert?
Zur Diagnose einer Otitis media bei Hunden:
- Körperliche Untersuchung: Ein Tierarzt untersucht die Ohren des Hundes auf Anzeichen von Entzündungen, Ausfluss und Schmerzen.
- Ohrzytologie: Ein Abstrich aus dem Gehörgang wird unter dem Mikroskop untersucht, um die Art der Infektion (bakteriell, Hefe) zu identifizieren.
- Bildgebung: Röntgenaufnahmen oder CT-Scans können verwendet werden, um das Mittelohr zu beurteilen und Anomalien zu erkennen.
- Kultur und Antibiogramm: Wenn eine bakterielle Infektion vermutet wird, kann eine Kultur angelegt werden, um die spezifischen Bakterien und die wirksamsten Antibiotika zu identifizieren.
- Trommelfelluntersuchung: Ein Otoskop wird verwendet, um das Trommelfell auf Schäden zu untersuchen.
- Verhaltensbeurteilung: Der Tierarzt beobachtet das Verhalten des Hundes auf Anzeichen von Unwohlsein, Kopfschütteln oder Ohrkratzen.
Wie behandelt man Otitis Media bei Hunden?
Ihr Tierarzt beginnt mit einer gründlichen Untersuchung der Ohren Ihres Hundes. Diese Tests helfen dabei, die zugrunde liegende Ursache der Mittelohrentzündung zu identifizieren und die geeignete Behandlung festzulegen.
Reinigung
Der erste Schritt bei der Behandlung der Otitis media besteht darin, das betroffene Ohr zu reinigen. Dies beinhaltet das Entfernen von überschüssigem Ohrenschmalz, Ablagerungen und jeglichem Ausfluss. Der Tierarzt verwendet spezielle Ohrenreinigungsflüssigkeiten und -techniken, um sicherzustellen, dass das Ohr so sauber wie möglich ist.
Medikamente
- Antibiotika: Wenn die Infektion bakteriell bedingt ist, wird Ihr Tierarzt Antibiotika verschreiben. Es ist wichtig, das verordnete Antibiotikaregime genau einzuhalten, auch wenn sich die Symptome Ihres Hundes bessern, bevor die Medikation abgeschlossen ist.
- Entzündungshemmende Medikamente: Diese können verschrieben werden, um Schmerzen und Entzündungen im Ohr zu reduzieren.
- Schmerzmanagement: Schmerzmittel können verabreicht werden, um Ihrem Hund während der Heilung der Infektion Komfort zu bieten.
Behandlung der Grundursache
Wenn Allergien zum Ohrproblem beitragen, empfiehlt Ihr Tierarzt möglicherweise Strategien zum Allergiemanagement, wie z. B. hypoallergene Diäten oder Allergiemedikamente.
Hier sind einige gängige Wirkstoffe, die in Allergiemedikamenten für Hunde enthalten sind:
Antihistaminika:
- Diphenhydramin (z. B. Benadryl)
- Cetirizin (z. B. Zyrtec)
- Loratadin (z. B. Claritin)
- Fexofenadin (z. B. Allegra)
- Chlorpheniramin (z. B. Chlor-Trimeton)
Kortikosteroide:
- Prednison
- Prednisolon
- Dexamethason
- Hydrocortison
Wenn anatomische Probleme oder Polypen beteiligt sind, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um das zugrunde liegende Problem zu korrigieren.
Hausmittel gegen Otitis Media bei Hunden
Hier sind einige Hausmittel, die dazu beitragen können, die Beschwerden Ihres Hundes zu lindern, während Sie auf tierärztliche Versorgung warten:
Warme Kompresse
Das Auflegen eines warmen, feuchten Tuchs auf das betroffene Ohr kann helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Stellen Sie sicher, dass es nicht zu heiß ist, und halten Sie es vorsichtig für einige Minuten gegen das Ohr.
Ohrreinigung
Reinigen Sie das Ohr vorsichtig mit einem vom Tierarzt empfohlenen Ohrenreiniger, um überschüssiges Ohrenschmalz und Ablagerungen zu entfernen. Führen Sie nichts tief in den Gehörgang ein, da dies Ablagerungen weiter hineinschieben oder das Trommelfell beschädigen könnte.
Ernährung
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund eine ausgewogene Ernährung erhält, die reich an essentiellen Nährstoffen ist, um sein Immunsystem zu unterstützen.
Flüssigkeitszufuhr
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund ausreichend hydriert bleibt. Eine angemessene Flüssigkeitszufuhr kann den Heilungsprozess unterstützen.
Schmerzmanagement
Konsultieren Sie Ihren Tierarzt bezüglich einer angemessenen Schmerzlinderung für Ihren Hund. Schmerzmedikamente können verschrieben werden, um Ihrem Hund Komfort zu bieten.
Topische Behandlungen
Einige rezeptfreie Ohrentropfen oder natürliche Heilmittel können bei leichten Ohrinfektionen helfen. Konsultieren Sie jedoch immer einen Tierarzt, bevor Sie Produkte im Ohr Ihres Hundes anwenden.
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Zur Behandlung von bakterieller Otitis media, Otitis externa, Ohrmilben, Gehörgangsentzündungen und Ohrentzündungen. Reduziert Entzündungen und Gerüche im Gehörgang. |
FAQs
Wie lange dauert Otitis Media bei Hunden?
Im Allgemeinen kann eine unbehandelte Otitis media über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und zu chronischen Ohrproblemen führen. Mit rechtzeitiger tierärztlicher Versorgung und angemessener Behandlung zeigen jedoch viele Fälle von Otitis media innerhalb weniger Tage bis weniger Wochen eine Besserung.
Kann Otitis Media bei Hunden Krampfanfälle verursachen?
Otitis media selbst ist normalerweise nicht mit Krampfanfällen bei Hunden verbunden. Krampfanfälle können verschiedene Ursachen haben, wie Epilepsie, Toxine, Stoffwechselstörungen und neurologische Probleme. Wenn Ihr Hund Krampfanfälle hat, ist es wichtig, einen Tierarzt zu konsultieren, um die zugrunde liegende Ursache zu bestimmen und einen geeigneten Behandlungsplan zu erstellen.
Ist Otitis Media bei Hunden schmerzhaft?
Otitis media bei Hunden kann tatsächlich schmerzhaft sein. Das Mittelohr ist ein empfindlicher Bereich, und Entzündungen oder Infektionen in dieser Region können Unbehagen und Schmerzen verursachen. Hunde mit Otitis media können Anzeichen von Ohrenschmerzen zeigen, wie z. B. Kopfschütteln, Kratzen an den Ohren, Winseln oder Anzeichen von Reizbarkeit.
Fazit
Otitis media bei Hunden ist ein schmerzhafter und unangenehmer Zustand, der die Lebensqualität eines Hundes erheblich beeinträchtigen kann. Das frühzeitige Erkennen der Anzeichen und das Aufsuchen einer schnellen tierärztlichen Versorgung sind für eine erfolgreiche Behandlung und die Vermeidung von Komplikationen unerlässlich. Denken Sie daran, eine gute Ohrhygiene für Ihren pelzigen Freund zu praktizieren, und konsultieren Sie Ihren Tierarzt, um Rat zur Gesunderhaltung und Infektionsfreiheit der Ohren zu erhalten. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit können Sie sicherstellen, dass Ihr Hund ein Leben frei von den Beschwerden der Otitis media genießt.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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