Pflege und gesundes Leben
Hundeekzem verstehen und behandeln: Ein umfassender Leitfaden
Ekzem, auch als atopische Dermatitis bekannt, ist eine häufige Hauterkrankung bei Hunden, die zu Beschwerden und oft sichtbaren Symptomen führt. Genau wie Menschen können auch Hunde an Ekzemen leiden, und das Verständnis der Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten ist
Von Dr. Isabella Miao
8 min read
Ekzem, auch als atopische Dermatitis bekannt, ist eine häufige Hauterkrankung bei Hunden, die zu Beschwerden und oft sichtbaren Symptomen führt. Genau wie Menschen können auch Hunde an Ekzemen leiden, und das Verständnis der Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten ist entscheidend für eine optimale Pflege. In diesem umfassenden Leitfaden befassen wir uns mit den Feinheiten des Hundekzems, erkunden seine verschiedenen Facetten und bieten Einblicke in effektive Managementstrategien.
Können Hunde Ekzeme bekommen?
Ja, Hunde können Ekzeme bekommen, die als atopische Dermatitis bezeichnet werden. Ekzeme bzw. atopische Dermatitis sind bei Hunden relativ häufig. Sie betreffen einen bemerkenswerten Prozentsatz der Hundepopulation, wobei bestimmte Rassen anfälliger sind, wie z. B. Bulldoggen, Boxer, Retriever, Deutsche Schäferhunde und so weiter.
Was ist ein Ekzem bei Hunden?
Das canine Ekzem ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die durch Rötungen, Juckreiz und oft die Bildung von Läsionen oder Wunden gekennzeichnet ist. Während Ekzeme bei Hunden Ähnlichkeiten mit menschlichen Ekzemen aufweisen, zeigen sie sich anders und können durch verschiedene Faktoren verursacht werden.
Ekzem bei Hunden: Ursachen
1. Genetische Veranlagung:
Einige Hunderassen sind genetisch anfällig für Hauterkrankungen, einschließlich Ekzemen. Rassen wie Bulldoggen, Boxer und Retriever können anfälliger sein.
2. Umweltallergene:
Hunde können wie Menschen allergisch auf Umweltfaktoren wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmel oder bestimmte Gräser reagieren. Der Kontakt mit diesen Allergenen kann ein Ekzem auslösen.
3. Futtermittelallergien:
Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe in der Ernährung eines Hundes können zu Ekzemen beitragen. Häufige Allergene sind bestimmte Proteine, Getreide oder Zusatzstoffe in kommerziellem Hundefutter.
4. Parasiten:
Flöhe, Zecken und Milben können Hautreizungen verursachen und zu Ekzemen beitragen. Anhaltendes Kratzen aufgrund von Parasitenbefall kann die Hautbarriere schädigen.
5. Kontaktreizstoffe:
Hunde können infolge des Kontakts mit Reizstoffen wie bestimmten Reinigungsmitteln, Shampoos oder sogar bestimmten Stoffen ein Ekzem entwickeln.
Wie sieht ein Hundekzem aus?
Das Erkennen der Symptome von Ekzemen bei Hunden ist für ein frühzeitiges Eingreifen und ein effektives Management unerlässlich. Obwohl individuelle Fälle variieren können, umfassen häufige Symptome:
1. Juckreiz (Pruritus):
Anhaltender Juckreiz ist ein Markenzeichen von Ekzemen. Hunde können übermäßig an ihrer Haut kratzen, beißen oder kauen, was zu weiteren Reizungen führt.
2. Rötung und Entzündung:
Betroffene Hautpartien erscheinen oft rot und entzündet. Dies kann besonders in Bereichen mit dünnem Fell oder am Bauch, an den Pfoten, Ohren und im Gesicht auffallen.
3. Läsionen und Wunden:
Ekzeme können zur Bildung kleiner, roter Läsionen oder Wunden führen. Ständiges Kratzen oder Lecken kann die Haut aufbrechen und das Infektionsrisiko erhöhen.
4. Haarausfall:
Starker Juckreiz und Entzündungen können in betroffenen Bereichen zu Haarausfall führen. Kahle Stellen können als Folge eines chronischen Ekzems entstehen.
5. Veränderungen der Hauttextur:
Die Textur der Haut kann sich verändern und trocken, schuppig oder krustig werden. In schweren Fällen kann die Haut nässen oder ein lederartiges Aussehen annehmen.
6. Ohrbeteiligung:
Ekzeme können sich auf die Ohren ausdehnen und Rötungen, Juckreiz sowie Beschwerden verursachen. Hunde können den Kopf schütteln oder Anzeichen einer Ohrreizung zeigen.
Diagnose von caninem Ekzem:
Die Diagnose eines Ekzems bei Hunden erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Der Tierarzt berücksichtigt die Krankengeschichte des Hundes, führt eine körperliche Untersuchung durch und kann zusätzliche Tests durchführen, wie zum Beispiel:
- 1. Hautgeschabsel: Entnahme einer kleinen Hautprobe, um das Vorhandensein von Milben oder anderen Parasiten zu überprüfen.
- 2. Allergietests: Identifizierung potenzieller Allergene durch Haut- oder Bluttests, um festzustellen, ob Umwelt- oder Futtermittelallergien zum Ekzem beitragen.
- 3. Pilzkulturen: Test auf Pilzinfektionen, die die Symptome eines Ekzems nachahmen können.
- 4. Biopsie: In einigen Fällen kann eine Hautbiopsie empfohlen werden, um andere Hauterkrankungen auszuschließen und eine genauere Diagnose zu stellen.
Hundekzem: Behandlung
Sobald eine Diagnose gestellt wurde, wird der Tierarzt einen maßgeschneiderten Behandlungsplan empfehlen. Das Ziel ist es, die Symptome zu lindern, die zugrunde liegende Ursache anzugehen und die allgemeine Hautgesundheit des Hundes zu verbessern.
A. Medikamente:
- Antihistaminika:
Antihistaminika können verschrieben werden, um den Juckreiz zu lindern und den Drang des Hundes zum Kratzen zu reduzieren. Dies kann helfen, weitere Hautschäden zu verhindern. - Kortikosteroide:
Topische oder orale Kortikosteroide können verschrieben werden, um Entzündungen zu reduzieren. Eine längere Anwendung sollte jedoch aufgrund möglicher Nebenwirkungen überwacht werden.
B. Topische Behandlungen:
-
Medizinische Shampoos:
Spezialshampoos mit Inhaltsstoffen wie Hafermehl, Aloe Vera, Kokosöl oder medizinischen Wirkstoffen können die Haut beruhigen und Entzündungen reduzieren. - Topische Cremes oder Salben:
Verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Cremes können empfohlen werden, um direkt auf betroffene Stellen aufgetragen zu werden und Linderung zu verschaffen.
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- Identifizierung und Vermeidung von Auslösern:
Das Ermitteln und Minimieren der Exposition gegenüber Allergenen, sei es umweltbedingt oder ernährungsbedingt, ist entscheidend. Dies kann Änderungen in der Ernährung des Hundes, bei Pflegeprodukten oder in der Wohnumgebung beinhalten. - Hypoallergene Diät:
Der Wechsel zu einer hypoallergenen oder Eliminationsdiät kann empfohlen werden, um potenzielle Nahrungsmittelallergene zu identifizieren und zu eliminieren.
- Wenn Parasiten zum Ekzem beitragen, ist ein umfassender Parasitenkontrollplan, einschließlich regelmäßiger Floh- und Zeckenvorbeugung, unerlässlich.
E. Umweltmodifikationen:
- Vornahme von Änderungen in der Wohnumgebung des Hundes, um die Exposition gegenüber potenziellen Reizstoffen oder Allergenen zu reduzieren. Dies kann die Verwendung hypoallergener Bettwäsche oder das Vermeiden bestimmter Reinigungsmittel umfassen.
Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren können empfohlen werden, um die Hautgesundheit zu unterstützen und Entzündungen zu reduzieren.
G. Regelmäßige tierärztliche Kontrolluntersuchungen:
- Regelmäßige Nachsorgetermine beim Tierarzt sind entscheidend, um den Fortschritt des Hundes zu überwachen, Behandlungspläne bei Bedarf anzupassen und neue Entwicklungen anzusprechen.
Natürliche Heilmittel für Hundekzeme:

Natürliche Heilmittel können traditionelle Behandlungen für Hundekzeme ergänzen, Linderung verschaffen und die Hautgesundheit unterstützen. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt, bevor Sie neue Mittel ausprobieren. Hier ist eine kurze Liste natürlicher Ansätze:
1. Hafermehlbäder:
Hafermehl hat beruhigende Eigenschaften. Bereiten Sie ein kolloidales Hafermehlbad vor, indem Sie Hafer fein mahlen und ihn in warmes Wasser geben. Das Baden Ihres Hundes in dieser Mischung kann Juckreiz und Entzündungen lindern.
2. Kokosöl:
Kokosöl hat entzündungshemmende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften. Tragen Sie eine kleine Menge topisch auf, um gereizte Haut zu beruhigen und die Heilung zu fördern.
3. Kamillentee-Kompresse:
Kamille hat entzündungshemmende und beruhigende Wirkungen. Brühen Sie Kamillentee auf, lassen Sie ihn abkühlen und verwenden Sie ihn als Kompresse auf betroffenen Stellen.
4. Aloe-Vera-Gel:
Reines Aloe-Vera-Gel kann gereizter Haut kühlende Linderung verschaffen. Stellen Sie sicher, dass es frei von Zusatzstoffen oder anderen schädlichen Inhaltsstoffen ist.
5. Apfelessig-Spülung:
Verdünnen Sie Apfelessig mit Wasser und verwenden Sie ihn nach dem Baden als Spülung. Dies kann helfen, den pH-Wert der Haut wiederherzustellen und Juckreiz zu lindern.
6. Probiotika:
Probiotische Nahrungsergänzungsmittel können die Darmgesundheit Ihres Hundes unterstützen und möglicherweise allergische Reaktionen reduzieren, die zu Ekzemen beitragen.
7. Fischöl-Nahrungsergänzungsmittel:
Omega-3-Fettsäuren in Fischöl haben entzündungshemmende Eigenschaften. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach der angemessenen Dosierung, um die Hautgesundheit zu fördern.
8. Ringelblumencreme:
Ringelblume hat entzündungshemmende und antiseptische Eigenschaften. Eine Ringelblumencreme oder -salbe kann aufgetragen werden, um gereizte Haut zu beruhigen.
Denken Sie daran, dass individuelle Reaktionen variieren können und nicht alle Mittel für jeden Hund geeignet sind. Regelmäßige tierärztliche Beratung ist unerlässlich, um einen sicheren und effektiven Ansatz zur Behandlung von Hundekzemen zu gewährleisten.
Wie wäscht man einen Hund mit Ekzem?
Beim Waschen eines Hundes mit Ekzem sollten Sie sanft vorgehen, um Hautreizungen nicht zu verschlimmern. Befolgen Sie diese Schritte:
1. Wählen Sie ein hypoallergenes Shampoo: Wählen Sie ein mildes, hypoallergenes Shampoo, das für empfindliche Haut entwickelt wurde, um potenzielle Reizstoffe zu minimieren.
2. Wassertemperatur testen: Stellen Sie sicher, dass das Wasser lauwarm ist, da heißes Wasser Ekzeme verschlimmern kann. Testen Sie es mit Ihrem Handgelenk, um sicherzustellen, dass es für Ihren Hund angenehm ist.
3. Eindringen von Wasser in die Ohren verhindern: Legen Sie vorsichtig Wattebäusche in die Ohren Ihres Hundes, um das Eindringen von Wasser während des Badens zu verhindern.
4. Das Fell gründlich nass machen: Machen Sie das Fell Ihres Hundes gründlich nass, beginnend am Hals und arbeiten Sie sich bis zum Schwanz vor.
5. Shampoo sorgfältig auftragen: Tragen Sie eine kleine Menge hypoallergenes Shampoo auf und schäumen Sie es sanft über den Körper Ihres Hundes auf. Vermeiden Sie übermäßiges Reiben.
6. Gründlich ausspülen: Spülen Sie das Shampoo gründlich aus und stellen Sie sicher, dass keine Rückstände auf der Haut verbleiben.
7. Trocken tupfen: Tupfen Sie Ihren Hund mit einem weichen Handtuch trocken und vermeiden Sie kräftiges Reiben, das die Haut reizen könnte.
8. Bei Empfehlung befeuchten: Wenn Ihr Tierarzt dies empfiehlt, tragen Sie nach dem Trocknen eine hypoallergene Feuchtigkeitscreme oder eine verschriebene Salbe auf.
Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt für spezifische Empfehlungen, die auf die Bedürfnisse Ihres Hundes zugeschnitten sind.
V. Rückfällen vorbeugen und die Hautgesundheit fördern:
Obwohl Ekzeme eine chronische Erkrankung sein können, können proaktive Maßnahmen dazu beitragen, Rückfälle zu verhindern und die allgemeine Hautgesundheit bei Hunden zu fördern.
1. Regelmäßige Fellpflege:
Regelmäßige Bäder mit mildem, hypoallergenem Shampoo können helfen, die Haut sauber zu halten und das Risiko zu verringern, dass Reizstoffe oder Allergene Schübe auslösen.
2. Gesunde Ernährung beibehalten:
Eine ausgewogene und ernährungsphysiologisch vollständige Ernährung ist für die allgemeine Gesundheit, einschließlich der Hautgesundheit, unerlässlich. Konsultieren Sie Ihren Tierarzt, um die richtige Ernährung für die spezifischen Bedürfnisse Ihres Hundes auszuwählen.
3. Umweltkontrolle:
Minimieren Sie die Exposition gegenüber potenziellen Auslösern in der Umgebung des Hundes. Halten Sie Wohnräume sauber, verwenden Sie hypoallergene Reinigungsmittel und meiden Sie Bereiche mit hohen Allergenkonzentrationen.
4. Parasitenvorbeugung:
Führen Sie einen ganzjährigen Parasitenvorbeugungsplan durch, um Ihren Hund vor Flöhen, Zecken und anderen externen Parasiten zu schützen.
5. Regelmäßige Bewegung:
Ausreichend Bewegung unterstützt die allgemeine Gesundheit und kann zu einem gesünderen Fell und einer gesünderen Haut beitragen.
6. Stressmanagement:
Die Reduzierung von Stress kann sich positiv auf die allgemeine Gesundheit eines Hundes auswirken. Sorgen Sie für eine komfortable und sichere Umgebung und erwägen Sie Aktivitäten, die die geistige Stimulation fördern.
Häufig gestellte Fragen:
Ist Hundekzem ansteckend?
Nein, Hundekzem ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine nicht infektiöse Hauterkrankung, die oft durch Faktoren wie Allergien, Genetik oder Umweltauslöser verursacht wird.
Geht Hundekzem weg?
Hundekzem kann behandelt und kontrolliert werden, aber es verschwindet möglicherweise nicht vollständig. Regelmäßige tierärztliche Versorgung, richtige Behandlung und vorbeugende Maßnahmen können den Zustand erheblich verbessern.
Fazit:

Das Verstehen und Behandeln von caninem Ekzem erfordert eine gemeinsame Anstrengung von Tierbesitzern und Tierärzten. Indem Sie die Symptome erkennen, umgehend tierärztliche Hilfe suchen und einen umfassenden Behandlungsplan umsetzen, können Sie die Lebensqualität Ihres Hundes erheblich verbessern. Regelmäßige Überwachung, vorbeugende Maßnahmen und das Engagement für das allgemeine Wohlbefinden Ihres Hundes sind Schlüsselkomponenten für die erfolgreiche Behandlung von caninem Ekzem.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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