Hunde
Demodex-Milben bei Hunden
Demodex bezieht sich im Zusammenhang mit Hunden auf eine Milbenart namens Demodex canis. Diese Milben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die häufig auf der Haut und in den Haarfollikeln von Hunden vorkommen.
Von Dr. Isabella Miao
10 min read
Demodex-Milben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die natürlicherweise auf der Haut und in den Haarfollikeln von Hunden leben. Obwohl diese Milben normalerweise harmlos sind, können sie problematisch werden, wenn das Immunsystem eines Hundes geschwächt ist, was zu einer als Demodikose oder „Räude“ bekannten Erkrankung führt. In diesem Artikel untersuchen wir die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten für Demodex-Milben bei Hunden.

Was ist Demodex bei Hunden?
Demodex bezieht sich im Kontext von Hunden auf eine Milbenart namens Demodex canis. Diese Milben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die häufig auf der Haut und in den Haarfollikeln von Hunden vorkommen. Demodex-Milben sind ein natürlicher Bestandteil der Hautmikroflora von Hunden und verursachen in der Regel keine Probleme, wenn sie nur in geringer Anzahl vorhanden sind. Unter bestimmten Bedingungen können sich diese Milben jedoch übermäßig vermehren und zu einer Hauterkrankung führen, die als Räude oder Demodikose bekannt ist.
Es gibt zwei Hauptformen der Räude bei Hunden:
Lokalisierte Räude: Bei dieser Form befinden sich die Milben meist in einem kleinen, begrenzten Bereich der Hundehaut, wie z. B. im Gesicht oder an den Pfoten. Lokalisierte Räude tritt häufig bei jungen Welpen auf und ist in der Regel kein schwerwiegender Zustand. Viele Hunde erholen sich auf natürliche Weise davon, wenn ihr Immunsystem reift.
Generalisierte Räude: Dies ist eine schwerere Form der Demodikose, bei der die Milben größere Bereiche des Hundekörpers oder sogar den gesamten Körper befallen. Sie wird häufiger bei älteren Hunden oder solchen mit geschwächtem Immunsystem beobachtet. Generalisierte Räude kann Haarausfall, Hautentzündungen, Juckreiz und Unwohlsein verursachen. Sie erfordert eine aggressivere Behandlung durch einen Tierarzt.
Frühe Stadien von Demodex-Milben bei Hunden
Demodex-Milben sind mikroskopisch kleine Parasiten, die häufig auf der Haut von Hunden vorkommen. Diese Milben sind ein natürlicher Bestandteil der Hautflora von Hunden und verursachen bei gesunden Hunden in der Regel keine Probleme. In einigen Fällen, insbesondere bei Hunden mit geschwächtem Immunsystem oder anderen zugrunde liegenden Gesundheitsproblemen, können sich Demodex-Milben jedoch übermäßig vermehren und zu einer als Demodikose oder Räude bezeichneten Erkrankung führen.
Demodex-Milben werden in zwei Hauptarten unterteilt:
Demodex canis: Diese Milbenart kommt typischerweise in geringen Mengen auf der Haut der meisten gesunden Hunde vor. Wenn jedoch das Immunsystem eines Hundes beeinträchtigt ist, können sich diese Milben übermäßig vermehren und zu lokalisierter oder generalisierter Räude führen.
Demodex injai: Diese Art wird seltener bei Hunden angetroffen und ist oft mit schwereren Fällen von Räude verbunden.
Die Symptome einer Demodikose bei Hunden können je nach Schweregrad des Befalls und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes variieren. Zu den häufigen Anzeichen einer Demodikose gehören:
- Haarausfall: Beginnt oft in lokalen Flecken, kann aber zu weiter verbreitetem Haarausfall fortschreiten.
- Rötung und Entzündung der Haut.
- Juckreiz und Unwohlsein.
- Schuppige oder verkrustete Haut.
- Sekundäre bakterielle Infektionen, die zu schwerwiegenderen Hautproblemen führen können.
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Demodikose kann lokalisiert oder generalisiert sein:
Lokalisierte Demodikose: Diese Form der Erkrankung betrifft typischerweise einen kleinen Bereich der Hundehaut, wie z. B. das Gesicht oder die Beine. Sie tritt häufig bei jungen Hunden auf und kann ohne Behandlung von selbst abklingen.
Generalisierte Demodikose: Dies ist eine schwerere Form der Erkrankung, die größere Körperbereiche oder sogar den gesamten Körper betreffen kann. Eine generalisierte Demodikose erfordert oft eine intensivere Behandlung.
Was verursacht Demodex bei Hunden?
Demodex wird durch Demodex canis verursacht, einen Parasiten bzw. eine Milbe, die in den Haarfollikeln von Hunden lebt. Alle Hunde haben diese Milben auf ihrer Haut, reagieren aber erst dann darauf, wenn ihr Immunsystem geschwächt ist. Hier sind einige häufige begünstigende Faktoren:
- Genetische Veranlagung: Einige Hunderassen sind genetisch anfälliger für Räude als andere. Rassen wie Shar-Pei, Boxer und American Staffordshire Terrier gelten als besonders anfällig.
- Alter: Räude tritt häufig bei jungen Hunden auf, typischerweise unter einem Jahr. Dies liegt daran, dass das Immunsystem eines Welpen noch nicht vollständig entwickelt ist, was ihn anfälliger für ein übermäßiges Wachstum der Milben macht. In vielen Fällen kann sich der Zustand von selbst bessern, wenn der Hund heranreift.
- Stress und schlechte Gesundheit: Stress, Krankheiten oder Mangelernährung können das Immunsystem eines Hundes schwächen und ihn anfälliger für Demodex-Befall machen.
- Demodex-Milben leben in den Haarfollikeln und Talgdrüsen der Hundehaut. Wenn sie sich übermäßig vermehren, können sie verschiedene Hautprobleme verursachen, darunter Haarausfall, Rötungen, Juckreiz und sekundäre bakterielle Infektionen.
Wie diagnostiziert man Demodex-Milben bei Hunden?
Der erste Schritt zur Diagnose von Demodex-Milben ist eine gründliche körperliche Untersuchung Ihres Hundes durch einen Tierarzt. Er wird nach charakteristischen Anzeichen und Symptomen der Räude suchen, wie z. B. Haarausfall, Rötungen, Entzündungen und Hautläsionen.
Um das Vorhandensein von Demodex-Milben zu bestätigen, führt der Tierarzt ein Hautgeschabsel durch. Dabei handelt es sich um ein minimal invasives Verfahren, bei dem die Oberfläche der betroffenen Haut sanft abgeschabt wird, um Proben von Hautzellen und Milben zu sammeln.
Das gesammelte Material wird anschließend unter einem Mikroskop untersucht, um nach Demodex-Milben zu suchen. Diese Milben sind zigarrenförmig und haben ein charakteristisches Aussehen.
Bei Fällen von generalisierter Räude, insbesondere wenn ein zugrunde liegendes Gesundheitsproblem vermutet wird, kann der Tierarzt zusätzliche Tests wie Blutuntersuchungen oder Hautkulturen empfehlen, um sekundäre bakterielle oder Pilzinfektionen festzustellen.
Diese Tests können helfen, das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen und die Behandlungsentscheidungen zu lenken.
Wie wird man Demodex-Milben bei Hunden los?
Die spezifische Behandlung der Räude kann je nach Art und Schweregrad der Erkrankung variieren und sollte immer von einem Tierarzt verschrieben werden. Zu den Behandlungsoptionen können folgende gehören:
Ihr Tierarzt wird die Behandlung basierend auf der Art und dem Schweregrad der Räude verschreiben. Häufige Behandlungen umfassen medizinische Bäder, topische Cremes oder Salben sowie orale Medikamente.
1. Medikation
Medizinische Bäder
Medizinische Bäder werden oft empfohlen, um Demodex-Milben zu bekämpfen und die Haut zu beruhigen. Die spezifische Art des von Ihrem Tierarzt verschriebenen medizinischen Shampoos oder der Badlösung kann Wirkstoffe enthalten wie:
- Benzoylperoxid
- Chlorhexidin
- Miconazol
- Schwefel

Diese Inhaltsstoffe können dazu beitragen, die Milbenpopulation zu reduzieren und sekundäre bakterielle oder Pilzinfektionen zu behandeln, die zusammen mit der Räude auftreten können.
Wenn Sie eine bakterielle Infektion vermuten, können Sie intermittierend antibakterielle Shampoos verwenden.
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Topische Cremes oder Salben
Von Ihrem Tierarzt verschriebene topische Cremes oder Salben können Wirkstoffe enthalten wie:
- Amitraz
- Kalkschwefel (in Form eines Dips)
- Permethrin
- Ketoconazol
- Ivermectin
Diese topischen Behandlungen werden direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Die Wahl der topischen Behandlung hängt von der spezifischen Empfehlung Ihres Tierarztes ab.
Orale Medikamente
Für schwerere oder generalisierte Fälle von Räude können orale Medikamente verschrieben werden. Diese Medikamente können helfen, die Milbenpopulation zu kontrollieren und das Immunsystem des Hundes zu unterstützen. Häufige orale Medikamente gegen Demodex sind:
- Ivermectin
- Milbemycinoxim
- Doramectin
- Fluralaner
Die Wahl des oralen Medikaments und die Dosierung werden von Ihrem Tierarzt basierend auf den individuellen Bedürfnissen und dem Gesundheitszustand Ihres Hundes festgelegt.
2. Betroffene Bereiche isolieren
Wenn die Räude auf einen bestimmten Bereich beschränkt ist, sollten Sie diesen Bereich isolieren, um eine Ausbreitung der Milben zu verhindern. Wenn es sich beispielsweise um eine Pfote oder das Gesicht handelt, können Sie einen Elisabethanerkragen (Trichter) verwenden, um zu verhindern, dass der Hund den betroffenen Bereich leckt oder kratzt.
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3. Das Immunsystem stärken
Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund insgesamt gesund bleibt. Ein starkes Immunsystem kann helfen, Demodex-Milben auf natürliche Weise zu kontrollieren. Sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und reduzieren Sie Stress im Leben Ihres Hundes.
Anzeichen dafür, dass Demodex-Milben absterben
Wenn Demodex-Milben absterben oder erfolgreich behandelt werden, können Sie mehrere Anzeichen einer Verbesserung des Zustands Ihres Hundes beobachten.
- Eines der auffälligsten Anzeichen für eine Besserung ist eine Verringerung von Juckreiz und Kratzen.
- In Fällen, in denen Haarausfall aufgrund von Räude aufgetreten ist, können Sie möglicherweise ein Nachwachsen der Haare in zuvor betroffenen Bereichen feststellen.
- Die Haut kann weniger rot, entzündet oder gereizt erscheinen.
- Demodex-Milben können das normale Gleichgewicht der Sebumproduktion (Hautöl) stören. Wenn die Milbenpopulation abnimmt, kann die Haut weniger ölig oder fettig werden.
Wie lange dauert die Heilung von Räude?
In vielen Fällen kann sich eine lokalisierte Räude, die nur einen kleinen, begrenzten Bereich der Haut betrifft, von selbst ohne Behandlung zurückbilden, wenn das Immunsystem des Hundes reift. Dies kann mehrere Wochen bis einige Monate dauern.
Einige Fälle können eine minimale Behandlung erfordern, wie z. B. medizinische Bäder oder topische Cremes, die den Heilungsprozess beschleunigen können.
Ist Räude ansteckend?
Räude, verursacht durch die Milbe Demodex canis, gilt im Allgemeinen nicht als hoch ansteckend unter Hunden. Diese Milben sind normale Bewohner der Hundehaut, und die meisten Hunde tragen eine kleine Anzahl von ihnen ohne Probleme. Es gibt jedoch einige wichtige Punkte zu beachten:
Übertragung von der Mutter auf die Welpen
Der häufigste Übertragungsweg für Demodex-Milben ist von einer Hündin auf ihre Welpen während der ersten Lebenstage. Welpen werden typischerweise ohne Milben geboren, können diese aber durch engen Kontakt, wie z. B. Säugen, von ihrer Mutter erwerben. Diese Übertragung erfolgt nicht durch direkten Kontakt mit infizierten Hunden, sondern durch die Milben der Mutter. Es ist ein natürliches Vorkommnis und kein Ergebnis einer ansteckenden Verbreitung zwischen Hunden.
Lokalisierte vs. generalisierte Räude
Lokalisierte Räude, die nur einen kleinen, begrenzten Bereich der Haut betrifft, wird oft als Folge eines unreifen Immunsystems des Hundes angesehen und nicht als ansteckende Verbreitung. In vielen Fällen kann sich eine lokalisierte Demodikose von selbst zurückbilden, wenn das Immunsystem des Welpen reift.
Räude vs. Sarkoptische Räude
Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zwischen Räude und Sarkoptischer Räude darlegt:
| Merkmal | Räude (Demodikose) | Sarkoptische Räude |
|---|---|---|
| Verursachende Milbenart | Demodex canis (häufig) oder andere Demodex spp. | Sarcoptes scabiei (Krätzmilbe) |
| Art der Milbe | Balgmilbe | Grabmilbe |
| Übertragung | Im Allgemeinen nicht hoch ansteckend; normale Hautbewohner | Hoch ansteckend zwischen Hunden und kann andere Tiere und Menschen befallen |
| Betroffener Bereich | Lokalisiert (auf bestimmte Bereiche beschränkt) oder generalisiert (weit verbreitet) | Generalisiert (oft Ohren, Ellbogen und Sprunggelenke betreffend) |
| Klinische Anzeichen | Haarausfall, Rötung, leichter Juckreiz, oft nicht sehr juckend bei lokalisierten Fällen | Intensiver Juckreiz, Rötung, verkrustete Haut, Haarausfall und offene Wunden; starker Juckreiz ist charakteristisch |
| Alter beim Auftreten | Normalerweise bei Welpen und jungen Hunden (<1 Jahr) gesehen | Kann in jedem Alter auftreten, einschließlich bei erwachsenen Hunden |
| Juckreiz | Kann intensiv jucken oder auch nicht, besonders bei lokalisierten Fällen | Intensiv juckend, führt zu Kratzen und Selbstverletzungen |
| Diagnose | Hautgeschabsel oder Biopsie erforderlich, um Milben unter dem Mikroskop zu bestätigen | Klinische Anzeichen und oft ein positives Hautgeschabsel |
| Zoonotisch (kann auf Menschen übertragen werden) | Nein (Demodex-Milben sind hundespezifisch) | Ja (Sarkoptische Milben können Krätze beim Menschen verursachen) |
| Behandlung | Medizinische Bäder, topische Cremes oder Salben und orale Medikamente nach tierärztlicher Verschreibung | Verschreibungspflichtige Medikamente wie orale oder topische Antiparasitika; Isolierung betroffener Hunde |
| Prognose | Im Allgemeinen gut bei entsprechender Behandlung; lokalisierte Fälle klingen oft von selbst ab, wenn der Hund reift | Gut bei Behandlung, aber unbehandelte Fälle können zu starken Beschwerden und Sekundärinfektionen führen |
| Prävention | Typischerweise nicht vermeidbar (Milbe ist normaler Hautbewohner); Fokus auf Aufrechterhaltung eines gesunden Immunsystems | Kontakt mit befallenen Tieren vermeiden; sofortige Behandlung betroffener Hunde; gute Hygienepraktiken |
Es ist wichtig zu beachten, dass beide Arten von Räude eine sofortige tierärztliche Aufmerksamkeit und Behandlung erfordern. Sarkoptische Räude ist insbesondere hoch ansteckend und kann andere Haustiere im Haushalt und sogar Menschen befallen, daher sind Isolierung und angemessene Behandlung unerlässlich, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Räude ist zwar weniger ansteckend, kann aber dennoch Beschwerden und Hautprobleme bei betroffenen Hunden verursachen und sollte von einem Tierarzt behandelt werden.
Fazit
Demodex-Milben sind ein häufiges und normalerweise harmloses Vorkommen auf der Haut eines Hundes. Wenn jedoch das Immunsystem eines Hundes geschwächt ist, können sich diese Milben vermehren und zu einer Demodikose führen. Das frühzeitige Erkennen der Anzeichen und das Aufsuchen tierärztlicher Hilfe sind entscheidend für einen erfolgreichen Behandlungserfolg. Mit der richtigen Pflege und Aufmerksamkeit können sich die meisten Hunde mit Demodikose erholen und ein gesundes, glückliches Leben führen. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund an Räude leiden könnte, konsultieren Sie Ihren Tierarzt für eine ordnungsgemäße Diagnose und einen Behandlungsplan.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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