Rückenmarksverletzung bei Katzen

Eine Rückenmarksverletzung (SCI) bei Katzen ist eine schwerwiegende Erkrankung, die zu einem unterschiedlichen Grad an Mobilitätsverlust, Schmerzen und in einigen Fällen zu dauerhaften Behinderungen führen kann. Das Rückenmark spielt eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Signalen vom Gehirn an den Rest des Körpers, und jede Verletzung dieses Teils des Nervensystems kann diese wesentlichen Funktionen stören. Rückenmarksverletzungen bei Katzen können aufgrund einer Vielzahl von Faktoren auftreten, und ein rechtzeitiges Eingreifen kann das Ergebnis erheblich beeinflussen.
Das Rückenmark und seine Funktionen verstehen
Das Rückenmark ist eine lange, zylindrische Struktur, die aus Nervengewebe besteht und von der Basis des Gehirns bis zum unteren Rücken verläuft. Geschützt wird sie durch die Wirbel, die die Wirbelsäule bilden. Das Rückenmark überträgt sensorische Informationen (wie Schmerz, Temperatur und Berührung) vom Körper an das Gehirn und motorische Signale vom Gehirn an Muskeln, Organe und andere Gewebe.
Das Rückenmark ist in mehrere Regionen unterteilt, die jeweils bestimmten Körperbereichen entsprechen:
- Halswirbelsäule (C1-C7): Steuert die Bewegung und das Gefühl im Kopf, Nacken und in den vorderen Gliedmaßen.
- Thorax (T1-T12): Steuert die Empfindung und Bewegung in Brust und Bauch.
- Lendenwirbelsäule (L1-L7): Steuert die hinteren Gliedmaßen und Teile des Beckens.
- Sakral (S1-S3): Reguliert die Darm- und Blasenkontrolle sowie die Bewegung der Hintergliedmaßen.
Verletzungen verschiedener Teile des Rückenmarks können je nach Ort und Schwere des Schadens zu einer Vielzahl von Symptomen und Ergebnissen führen.
Ursachen von Rückenmarksverletzungen bei Katzen
Rückenmarksverletzungen bei Katzen können aus verschiedenen traumatischen Ereignissen oder Zuständen resultieren. Das Verständnis der zugrunde liegenden Ursache ist für eine effektive Behandlung und Behandlung unerlässlich. Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Rückenmarksverletzungen bei Katzen:
1. Trauma
- Fahrzeugunfälle: Eine der häufigsten Ursachen für Rückenmarksverletzungen bei Katzen, insbesondere bei Freigängern oder freilaufenden Katzen. Katzen, die von Fahrzeugen angefahren werden, können Frakturen, Verrenkungen und Kompressionen der Wirbelsäule erleiden.
- Stürze: Katzen sind von Natur aus Kletterer und können aus Höhen wie Bäumen, Balkonen oder Fenstern fallen. Stürze können zu Wirbelsäulenbrüchen oder Kompressionsverletzungen führen, vor allem im Brust- und Lendenwirbelbereich.
- Bisse oder Angriffe: Kämpfe mit anderen Tieren, wie Hunden oder anderen Katzen, können zu Bissen oder stumpfen Traumata der Wirbelsäule führen, was zu Wirbelsäulenverletzungen führen kann.
2. Degenerative Erkrankungen
- Bandscheibenerkrankung (IVDD): Dieser Zustand tritt auf, wenn sich die Bandscheiben zwischen den Wirbeln verschlechtern oder herniieren und das Rückenmark unter Druck setzen. Obwohl IVDD häufiger bei Hunden auftritt, kann sie auch Katzen betreffen und zu Schmerzen, Schwäche und Mobilitätsverlust führen.
- Arthrose: Mit zunehmendem Alter können Katzen Arthrose entwickeln, die dazu führen kann, dass die Wirbel und Gelenke in der Wirbelsäule degenerieren, was zu einem Druck auf das Rückenmark führt.
3. Infektionen
- Pilz- oder bakterielle Infektionen: Bestimmte Infektionen, wie Pilzinfektionen (z. B. Kryptokokkose) oder bakterielle Infektionen (z. B. Abszesse), können in die Wirbelsäule eindringen und Entzündungen verursachen, die zu Rückenmarksschäden führen.
- Diskospondylitis: Dies ist eine seltene Erkrankung, bei der sich die Bandscheiben infizieren, was häufig zu einer Kompression des Rückenmarks führt.
4. Tumore und Krebs
- Tumoren der Wirbelsäule: Tumoren, sowohl gutartige als auch bösartige, können sich im Rückenmark oder im umliegenden Gewebe entwickeln. Diese Tumoren können das Rückenmark zusammendrücken, was zu neurologischen Ausfällen führt. Primäre Wirbelsäulentumoren sind bei Katzen selten, Metastasen von anderen Krebsarten (z. B. Mammakarzinom, Lymphom) auftreten kann.
5. Angeborene Erkrankungen
- Spinaler Dysraphismus: Einige Katzen werden mit Anomalien im Rückenmark oder in den Wirbeln geboren. Diese Defekte können sie mit zunehmendem Alter für Rückenmarksverletzungen oder andere neurologische Probleme prädisponieren.
Symptome einer Rückenmarksverletzung bei Katzen
Die Symptome einer Rückenmarksverletzung bei Katzen hängen von der Schwere der Verletzung und dem Ort des Schadens ab. Katzen mit Rückenmarksverletzungen können eine Vielzahl von Symptomen aufweisen, darunter:
1. Motorische Symptome
- Lähmung der Gliedmaßen: Wenn die Verletzung die Fähigkeit des Rückenmarks beeinträchtigt, motorische Signale zu übertragen, kann die Katze die Fähigkeit verlieren, ihre Gliedmaßen zu bewegen. Die Lähmung kann partiell (Parese) oder vollständig (Lähmung) sein.
- Schwäche: Katzen können Schwäche oder Unfähigkeit zeigen, Bewegungen zu koordinieren, insbesondere in den Hintergliedmaßen. Dies kann zu Schwierigkeiten beim Gehen, Stehen oder Springen führen.
2. Sensorische Symptome
- Verlust der Empfindung: Eine Schädigung des Rückenmarks kann dazu führen, dass die Katze in bestimmten Bereichen des Körpers das Gefühl verliert. Die Katze reagiert möglicherweise nicht auf Berührungen oder Schmerzen in den betroffenen Regionen, wie z. B. den Hintergliedmaßen.
- Schmerz: In einigen Fällen kann eine Rückenmarksverletzung starke Schmerzen verursachen, insbesondere wenn es zu einer Kompression oder Entzündung kommt. Katzen mit Wirbelsäulenschmerzen können vokalisieren, Verhaltensänderungen zeigen oder Schwierigkeiten haben, sich zu bewegen.
3. Funktionsstörungen von Darm und Blase
- Wenn die Verletzung die Sakralregion des Rückenmarks betrifft, kann die Katze Schwierigkeiten haben, ihren Blasen- und Stuhlgang zu kontrollieren. Dies kann zu Inkontinenz oder der Unfähigkeit, richtig zu urinieren oder Stuhlgang zu führen, führen.
4. Verhaltensänderungen
- Katzen mit Wirbelsäulenverletzungen können aufgrund der Schmerzen oder Beschwerden, die mit der Verletzung verbunden sind, reizbarer werden, sich zurückziehen oder Anzeichen von Angst oder Furcht zeigen.
Diagnose einer Rückenmarksverletzung bei Katzen
Ein Tierarzt wird eine gründliche Untersuchung durchführen, um die Schwere der Verletzung zu beurteilen und die geeignete Vorgehensweise zu bestimmen. Zu den diagnostischen Methoden zur Beurteilung von Rückenmarksverletzungen gehören:
1. Körperliche und neurologische Untersuchung
- Ein Tierarzt führt eine detaillierte körperliche Untersuchung durch, bei der die Fähigkeit der Katze überprüft wird, sich zu bewegen, auf Schmerzreize zu reagieren und normale Reflexe zu zeigen. Diese Untersuchung hilft, den Ort der Verletzung zu lokalisieren.
2. Bildgebende Untersuchungen
- Röntgen: Röntgenaufnahmen sind oft der erste Schritt bei der Diagnose von Wirbelsäulenverletzungen, da sie Frakturen, Luxationen oder andere Anomalien in den Wirbeln aufdecken können. Röntgenaufnahmen zeigen jedoch nicht immer Weichteilverletzungen oder eine Kompression des Rückenmarks.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Die MRT ist der Goldstandard für die Visualisierung von Weichteilschäden und Rückenmarkskompressionen. Es liefert detaillierte Bilder des Rückenmarks und der umliegenden Strukturen.
- CT-Scan (Computertomographie): Eine CT-Untersuchung kann nützlich sein, um Knochenbrüche zu erkennen und die Ausrichtung der Wirbel zu beurteilen.
3. Blutuntersuchungen und Urinanalyse
- Blutuntersuchungen und Urinanalysen können durchgeführt werden, um Infektionen oder Stoffwechselerkrankungen auszuschließen, die zu einer Rückenmarksverletzung beitragen oder den Behandlungsplan beeinflussen könnten.
Behandlungsmöglichkeiten für Rückenmarksverletzungen bei Katzen
Die Behandlung einer Rückenmarksverletzung bei Katzen hängt von der Schwere der Verletzung, dem Ort des Schadens und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Katze ab. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von der konservativen Behandlung bis hin zu chirurgischen Eingriffen.
1. Konservative Behandlung
- Ruhe und Käfigeinsperrung: In leichten Fällen von Wirbelsäulenverletzungen (z. B. Verstauchung oder Zerrung) kann die Katze mit strenger Ruhe und Gefangenschaft behandelt werden, um weitere Schäden an der Wirbelsäule zu vermeiden. Ruhe hilft, Entzündungen zu reduzieren und gibt dem verletzten Gewebe Zeit zum Heilen.
- Schmerzbehandlung: Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) oder Opioide können verschrieben werden, um Beschwerden zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Muskelrelaxantien können auch zur Linderung von Muskelkrämpfen eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Sobald die erste Heilungsphase vorbei ist, kann eine Physiotherapie, einschließlich sanfter Dehnübungen, Hydrotherapie oder Massage, helfen, die Beweglichkeit und Kraft wiederherzustellen.
2. Chirurgische Behandlung
- Wirbelsäulenchirurgie: Wenn es sich bei der Verletzung um einen Bandscheibenvorfall, Knochenbrüche oder eine deutliche Kompression des Rückenmarks handelt, kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf das Rückenmark zu verringern. Ein chirurgischer Eingriff kann helfen, Schmerzen zu lindern, die Funktion wiederherzustellen und weitere neurologische Schäden zu verhindern.
- Stabilisierung der Wirbelsäule: Bei Wirbelbrüchen oder Luxationen kann eine Stabilisierung der Wirbelsäule durch den Einsatz von Stiften, Platten oder Schrauben erforderlich sein, um eine korrekte Ausrichtung und Heilung zu gewährleisten.
3. Alternative Therapien
- Einige Tierärzte können alternative Therapien wie Akupunktur, Lasertherapie oder chiropraktische Anpassungen empfehlen, um Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern.
Prognose und Genesung
Die Prognose für eine Katze mit Querschnittlähmung hängt von mehreren Faktoren ab:
- Ort und Schwere der Verletzung: Verletzungen des zervikalen Rückenmarks (in der Nähe des Halses) können schwerwiegender sein als Verletzungen der Lendenwirbelsäule. Je näher die Verletzung am Gehirn liegt, desto schwerwiegender sind wahrscheinlich die Folgen.
- Rechtzeitigkeit der Behandlung: Eine frühzeitige Intervention erhöht die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ergebnisses. Eine verzögerte Behandlung kann zu dauerhaften Nervenschäden und Funktionsverlust führen.
- Allgemeiner Gesundheitszustand der Katze: Ältere Katzen oder Katzen mit anderen gesundheitlichen Problemen können eine schwierigere Genesung haben.
Während sich einige Katzen bei richtiger Behandlung vollständig erholen können, können andere langfristige Behinderungen wie teilweise Lähmungen oder Inkontinenz haben. In schweren Fällen kann eine Sterbehilfe in Betracht gezogen werden, wenn die Lebensqualität stark beeinträchtigt ist.
Umgang mit einer Katze mit Rückenmarksverletzung
Sobald die Katze eine Behandlung ihrer Wirbelsäulenverletzung erhalten hat, ist die Verwaltung des Langzeitpflege- und Rehabilitationsprozesses von entscheidender Bedeutung. Dies kann Folgendes umfassen:
- Bereitstellung einer sicheren und komfortablen Umgebung wo sich die Katze ausruhen und erholen kann, ohne Gefahr zu laufen, dass sie sich weiter verletzt.
- Überwachung der Beweglichkeit und des Schmerzniveaus um den Komfort der Katze zu gewährleisten.
- Regelmäßige Nachsorge beim Tierarzt um den Fortschritt zu überwachen und gegebenenfalls Anpassungen am Behandlungsplan vorzunehmen.
- Anpassung des Lebensstils der Katze um dauerhaften Behinderungen Rechnung zu tragen, wie z. B. die Nutzung eines Rollstuhls für die Mobilität oder die Unterstützung bei Badezimmerbedürfnissen.
Schlussfolgerung
Rückenmarksverletzungen bei Katzen sind schwerwiegende Erkrankungen, die eine sofortige tierärztliche Hilfe erfordern. Das Verständnis der Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten kann Tierbesitzern helfen, die richtigen Schritte zu unternehmen, um die Genesung ihrer Katze zu unterstützen. Auch wenn nicht alle Wirbelsäulenverletzungen heilbar sind, können viele Katzen mit der richtigen Pflege und Rehabilitation ein erfülltes Leben führen. Eine frühzeitige Intervention, eine angemessene Schmerzbehandlung und ein maßgeschneiderter Behandlungsplan sind entscheidend für die Verbesserung der Prognose und Lebensqualität von Katzen mit Rückenmarksverletzungen.

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