Pflege und gesundes Leben
Verstehen, wann Ihre Hündin in die Wehen kommt
Die Vorfreude und Aufregung, wenn eine Hündin Welpen zur Welt bringt, lösen bei Tierbesitzern ein breites Spektrum an Emotionen aus. Das Erkennen der Anzeichen dafür, dass eine Hündin in die Wehen kommt, ist entscheidend, um ihr die nötige Unterstützung zu bieten und einen reibungslosen Geburtsverlauf sicherzustellen.
Von Dr. Isabella Miao
8 min read
Die Vorfreude und Aufregung, wenn eine Hündin Welpen bekommt, lösen bei Tierbesitzern ein Gemisch aus Emotionen aus. Das Erkennen der Anzeichen dafür, dass eine Hündin in die Wehen kommt, ist entscheidend, um die notwendige Unterstützung zu leisten und einen reibungslosen Geburtsverlauf zu gewährleisten. In diesem umfassenden Leitfaden werden wir die verschiedenen Phasen der Geburt bei Hunden, die häufigen Anzeichen für bevorstehende Wehen und die beste Vorbereitung von Tierbesitzern auf dieses bedeutende Ereignis im Leben ihres Hundes beleuchten.
Anzeichen dafür, dass eine Hündin bald in die Wehen kommt:
Für Hundebesitzer ist es unerlässlich, die Anzeichen für beginnende Wehen bei ihrer Hündin zu erkennen, unabhängig davon, ob sie eine geplante Zucht haben oder die Hündin bereits trächtig ist.
Hier sind einige häufige Anzeichen dafür, dass eine Hündin kurz vor den Wehen steht:
1. Unruhe und Nestbauverhalten:
Eine trächtige Hündin kann zunehmend unruhig werden und Nestbauverhalten zeigen, wie zum Beispiel das Scharren an ihrem Bettzeug oder das Aufsuchen eines ruhigen und gemütlichen Ortes.
2. Temperaturabfall:
Ein deutlicher Abfall der Rektaltemperatur der Hündin (unter 37,8 °C) ist ein starkes Indiz dafür, dass die Wehen unmittelbar bevorstehen. Die Überwachung der Temperatur kann helfen, den Beginn der Wehen innerhalb von 24 Stunden vorherzusagen.
3. Verminderter Appetit:
Kurz vor den Wehen zeigt eine Hündin möglicherweise weniger Interesse an Futter. Dies ist normal, da sich ihr Körper auf den Geburtsprozess vorbereitet.
4. Starkes Hecheln und Zittern:
Hecheln und Zittern sind häufige Anzeichen für nahende Wehen. Sie deuten darauf hin, dass sich der Körper der Hündin auf die bevorstehenden Veränderungen und die körperliche Belastung der Geburt einstellt.
5. Gesteigerte Zuneigung oder Rückzug:
Hunde können Verhaltensänderungen zeigen, indem sie entweder mehr Aufmerksamkeit und Zuneigung suchen oder lieber allein sein möchten. Diese Variationen können je nach Persönlichkeit des Hundes auftreten.
6. Schwellung der Vulva:
Die Vulva kann anschwellen und prominenter erscheinen, wenn die Wehen näher rücken. Dies ist eine Folge der Erweiterung des Gebärmutterhalses zur Vorbereitung auf die Geburt.
7. Klarer Ausfluss:
Ein klarer, schleimartiger Ausfluss aus der Vulva ist ein häufiges Zeichen dafür, dass die Wehen bevorstehen. Dieser Ausfluss kann stärker werden, während sich der Gebärmutterhals weiter öffnet.
8. Sichtbare Wehen:
Sobald die aktiven Wehen beginnen, sind sichtbare Kontraktionen erkennbar. Die Hündin beginnt möglicherweise zu pressen, und Sie können beobachten, wie sich die Bauchmuskeln rhythmisch zusammenziehen.
9. Blasensprung:
Das Platzen der Fruchtblase, allgemein als „Blasensprung“ bezeichnet, ist ein klares Zeichen dafür, dass die aktiven Wehen eingesetzt haben. Darauf folgt die Geburt der Welpen.
10. Ruhephasen zwischen den Welpen:
Nach der Geburt jedes Welpen macht die Mutter möglicherweise kurze Pausen, bevor die nächste Runde von Wehen beginnt. Diese intermittierenden Ruhephasen sind während des Geburtsprozesses normal.
Phasen der Geburt bei Hunden
Nachdem wir uns mit den Anzeichen für bevorstehende Wehen befasst haben, ist es auch wichtig, die drei Phasen der Geburt bei Hunden zu verstehen:
1. Phase Eins – Vorbereitungsphase:
- Diese Phase dauert in der Regel 6–12 Stunden, kann sich aber bis zu 24 Stunden erstrecken.
- Zu den Anzeichen gehören Unruhe, Nestbauverhalten, verminderter Appetit und ein Abfall der Körpertemperatur.
- Der Gebärmutterhals beginnt sich zu öffnen, um die bevorstehende Geburt vorzubereiten.
2. Phase Zwei – Aktive Wehen:
- In dieser Phase findet die eigentliche Geburt der Welpen statt.
- Hunde können Anzeichen wie starke Wehen, sichtbares Pressen und das Erscheinen einer flüssigkeitsgefüllten Blase, die den Welpen enthält, zeigen.
- Welpen werden während dieser Phase geboren.
3. Phase Drei – Nachgeburtsphase:
- In dieser Phase wird die Plazenta abgestoßen und der Geburtsprozess abgeschlossen.
- Auf jeden Welpen folgt die Geburt seiner Plazenta.
- Es ist wichtig, dies zu überwachen, um sicherzustellen, dass alle Plazenten abgestoßen wurden und die Hündin sowie die Welpen stabil sind.
Wie lange dauern die Wehen bei Hunden?
Die aktive Wehenphase, in der die Hündin aktiv Welpen gebiert, dauert normalerweise zwischen 6 und 12 Stunden. Die Dauer der Wehen variiert, liegt aber typischerweise zwischen 6 und 12 Stunden, wobei kleinere Rassen oft kürzere Geburtszeiten haben. Die Geburt eines einzelnen Welpen kann etwa 30 Minuten bis eine Stunde dauern. 
Vorbereitung auf die Ankunft:
1. Eine Wurfkiste einrichten:
- Stellen Sie eine komfortable und sichere Wurfkiste auf, in der die Hündin gebären und ihre Welpen versorgen kann. Achten Sie darauf, dass sie hohe Seitenwände hat, um ein versehentliches Ersticken der Welpen zu verhindern.
2. Notwendiges Zubehör besorgen:
- Bereiten Sie ein Kit mit wichtigen Utensilien vor, einschließlich sauberer Handtücher, Decken, einer Wärmflasche oder Heizdecke, steriler Schere zum Durchtrennen der Nabelschnur und einem digitalen Thermometer.
3. Die Geburt überwachen:
- Obwohl Hunde im Allgemeinen ohne Eingreifen gebären können, sollten Sie den Prozess genau beobachten. Wenn Komplikationen auftreten, suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe auf.
4. Eine ruhige Umgebung schaffen:
- Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Atmosphäre für die Mutter. Minimieren Sie Störungen und halten Sie Interaktionen mit der Hündin sanft und beruhigend.
5. Notfallkontakte bereithalten:
- Halten Sie die Kontaktdaten Ihres Tierarztes und einer tierärztlichen Notdienstpraxis griffbereit, falls Sie während der Wehen oder nach der Geburt Unterstützung benötigen.
6. Pflege nach der Geburt:
- Stellen Sie nach der Geburt sicher, dass die Mutter aufmerksam gegenüber ihren Welpen ist. Achten Sie auf Anzeichen möglicher Probleme wie Schwierigkeiten beim Säugen, mütterliche Vernachlässigung oder Anzeichen von Stress bei den Welpen.
Wann tierärztliche Hilfe gesucht werden sollte:
Obwohl die meisten Geburten bei Hunden reibungslos verlaufen, gibt es Fälle, in denen ein tierärztlicher Eingriff notwendig ist. Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt oder eine Notdienstpraxis, wenn Sie Folgendes beobachten:
1. Verlängerte erste Wehenphase:
- Wenn die Anzeichen der Vorbereitungsphase länger als 24 Stunden anhalten, ohne dass aktive Wehen einsetzen.
2. Übermäßiges Pressen:
- Wenn die Hündin übermäßig presst, ohne einen Welpen zu gebären, oder wenn ein Welpe über einen längeren Zeitraum sichtbar im Geburtskanal steckt.
3. Schwache oder inaktive Welpen:
- Wenn ein Welpe schwach, reaktionslos oder nicht atmend geboren wird, ist sofortiges Eingreifen unerlässlich.
4. Zurückgehaltene Plazenta:
- Wenn eine Plazenta nicht innerhalb von 4 Stunden nach der Geburt eines Welpen abgestoßen wird, kann dies zu Komplikationen führen und erfordert tierärztliche Behandlung.
5. Auffälliger Ausfluss:
- Übel riechender oder grünlicher Ausfluss kann auf eine Infektion hinweisen und sollte umgehend behandelt werden.
6. Mütterliche Vernachlässigung:
- Wenn die Mutter ihre Welpen vernachlässigt oder Anzeichen von Stress zeigt.
Vorbereitung auf die Wehen:
Hier ist eine kurze Liste:
Wurfkiste: Richten Sie eine komfortable Wurfkiste in einem ruhigen, sicheren Bereich ein, in dem Ihre Hündin gebären und ihre Welpen versorgen kann. Achten Sie darauf, dass sie hohe Seitenwände hat, um ein versehentliches Ersticken zu verhindern.
Zubehör-Kit: Bereiten Sie ein Kit mit wichtigen Utensilien vor, einschließlich sauberer Handtücher, Decken, einer Wärmflasche oder Heizdecke, steriler Schere zum Durchtrennen der Nabelschnur und einem digitalen Thermometer.
Geburt überwachen: Obwohl Hunde im Allgemeinen ohne Eingreifen gebären können, sollten Sie den Prozess genau beobachten. Wenn Komplikationen auftreten, seien Sie bereit, umgehend tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ruhige Umgebung: Sorgen Sie für eine ruhige und entspannte Atmosphäre für die Mutter. Minimieren Sie Störungen und halten Sie Interaktionen mit der Hündin sanft und beruhigend.
Notfallkontakte: Halten Sie die Kontaktdaten Ihres Tierarztes und einer tierärztlichen Notdienstpraxis griffbereit, falls Sie während der Wehen oder nach der Geburt Unterstützung benötigen.
Pflege nach der Geburt: Stellen Sie nach der Geburt sicher, dass die Mutter aufmerksam gegenüber ihren Welpen ist. Achten Sie auf Anzeichen möglicher Probleme wie Schwierigkeiten beim Säugen, mütterliche Vernachlässigung oder Stress bei den Welpen.
Häufig auftretende Probleme:
-
- Zurückgehaltene Plazenten: Das Nichtabstoßen aller Plazenten kann zu Infektionen und Komplikationen führen.
- Mütterliche Vernachlässigung: Einige Hunde vernachlässigen möglicherweise ihre Welpen, was ein Eingreifen erfordert, um eine angemessene Versorgung sicherzustellen.
- Nachgeburtliche Blutungen: Übermäßige Blutungen nach der Geburt können auf ein ernstes Problem hinweisen.
- Agalaktie: Eine unzureichende Milchproduktion kann die Zugabe von Milchaustauschern erforderlich machen.
- Mastitis: Eine Entzündung der Milchdrüsen kann auftreten und muss behandelt werden.
- Uterusträgheit: Das Versagen der Gebärmutter, sich nach der Geburt zusammenzuziehen, kann zu zurückgehaltenen Flüssigkeiten führen.
Nährstoffreiche Ernährung: Sorgen Sie während der gesamten Trächtigkeit und in der Phase vor den Wehen für eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung der trächtigen Hündin. Konsultieren Sie Ihren Tierarzt für spezifische Ernährungsempfehlungen.
Häufig empfohlene Nahrungsergänzungsmittel:
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- Kalziumergänzung: Stellen Sie sicher, dass die Mutter ausreichend Kalzium für die Milchproduktion erhält.
- Omega-3-Fettsäuren: Unterstützen die allgemeine Gesundheit und Immunfunktion.
- Proteinreiche Ernährung: Sorgen Sie für eine hochwertige, proteinreiche Ernährung für Energie und Milchproduktion.
- Vitamine und Mineralstoffe: Stellen Sie sicher, dass die Ernährung essentielle Vitamine und Mineralstoffe für die Genesung der Mutter und die Entwicklung gesunder Welpen enthält.
Ruhige Beobachtung: Während der Phase vor den Wehen sollten Sie ruhig, aber aufmerksam präsent sein. Lassen Sie Ihrer Hündin Raum, aber seien Sie bereit, bei Bedarf Unterstützung oder Hilfe zu leisten.
Trächtigkeit bei Chihuahuas (Was man wissen sollte)
Die Trächtigkeit bei Chihuahuas erfordert besondere Aufmerksamkeit aufgrund ihrer geringen Größe und einzigartigen Fortpflanzungsmerkmale. Es ist entscheidend, die Gewichtszunahme der Hündin zu überwachen, eine nährstoffreiche Ernährung speziell für trächtige Hunde bereitzustellen und regelmäßige tierärztliche Untersuchungen einzuplanen, um potenzielle Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Chihuahuas können unter Eklampsie, Dystokie oder niedrigem Kalziumspiegel leiden, weshalb das Erkennen von Warnsignalen und sofortige tierärztliche Intervention lebenswichtig sind.
Besitzer sollten eine komfortable Wurfumgebung schaffen, auf mögliche Hilfe während der Geburt vorbereitet sein und eine angemessene postnatale Versorgung sowohl für die Mutter als auch für ihre empfindlichen Neugeborenen sicherstellen.
Verantwortungsvolle Zuchtpraktiken und aufmerksame Pflege tragen zu einer erfolgreichen und gesunden Trächtigkeit bei Chihuahuas bei.
Häufig gestellte Fragen:
Zu welcher Tageszeit gebären Hunde normalerweise?
Hunde können zu jeder Tages- oder Nachtzeit gebären. Im Gegensatz zu einigen anderen Arten zeigen sie keine starke Präferenz für eine bestimmte Uhrzeit. Der Zeitpunkt der Wehen wird oft durch individuelle Faktoren und den natürlichen Verlauf des Geburtsprozesses beeinflusst.
Darf eine Hündin während der Wehen Wasser trinken?
Ja, es ist entscheidend, eine Hündin während der Wehen hydriert zu halten. Bieten Sie während des gesamten Geburtsprozesses kleine Mengen Wasser an, um Dehydrierung zu vermeiden. Stellen Sie sicher, dass das Wasser sauber und leicht zugänglich ist.
Schlafen Hunde viel vor den Wehen?
Ja, einige Hunde schlafen in der Vorbereitungsphase möglicherweise mehr als sonst. Diese erhöhte Ruhephase ist ein natürlicher Teil des Nestbauverhaltens und der Vorbereitung auf den energieintensiven Geburtsprozess.
Fazit:
Das Erkennen der Anzeichen dafür, dass eine Hündin in die Wehen kommt, ist eine wertvolle Fähigkeit für Tierbesitzer. Durch das Verständnis der Geburtsphasen und die Aufmerksamkeit für körperliche und verhaltensbedingte Veränderungen bei einer trächtigen Hündin können Besitzer die notwendige Pflege und Unterstützung während dieser kritischen Zeit bieten. Denken Sie immer daran, dass Geburten bei Hunden zwar im Allgemeinen natürliche Prozesse sind, der Zugang zu tierärztlicher Hilfe und die Vorbereitung auf potenzielle Komplikationen jedoch das Wohlbefinden sowohl der Mutter als auch ihrer neugeborenen Welpen sicherstellen.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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