Hunde
Geschwollene Lymphknoten beim Hund
Wenn diese Lymphknoten anschwellen, kann dies ein Hinweis auf eine zugrunde liegende gesundheitliche Störung sein. Das Verständnis der Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von geschwollenen Lymphknoten bei Hunden ist für Tierbesitzer unerlässlich, um sicherzustellen, dass ihre Haustiere gesund und munter bleiben.
Von Dr. Isabella Miao
5 min read
Geschwollene Lymphknoten, auch als Lymphadenopathie bekannt, können bei Hunden häufig auftreten. Lymphknoten spielen eine entscheidende Rolle im Immunsystem des Hundes, indem sie Infektionen bekämpfen und schädliche Substanzen aus dem Körper filtern.
Was sind Lymphknoten?
Lymphknoten sind kleine, bohnenförmige Strukturen, die Teil des lymphatischen Systems sind. Dieses System ist ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems und unterstützt den Körper auf folgende Weise:
- Filtration: Lymphknoten filtern schädliche Substanzen wie Bakterien, Viren und Krebszellen.
- Immunantwort: Sie produzieren Lymphozyten (eine Art weißer Blutkörperchen), die bei der Bekämpfung von Infektionen helfen.
-
Flüssigkeitshaushalt: Sie tragen zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts im Körper bei, indem sie überschüssige Lymphflüssigkeit in den Blutkreislauf zurückführen.

Lymphknoten befinden sich im gesamten Körper des Hundes, wobei sich wichtige Ansammlungen am Hals, in den Achselhöhlen, im Brustkorb, im Bauchraum und hinter den Knien befinden.
Ursachen für geschwollene Lymphknoten bei Hunden
Verschiedene Faktoren können bei Hunden zu einer Schwellung der Lymphknoten führen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
1. Infektionen
Infektionen sind einer der häufigsten Gründe für geschwollene Lymphknoten. Dabei kann es sich um bakterielle, virale, pilzbedingte oder parasitäre Infektionen handeln. Beispiele hierfür sind:
- Bakterielle Infektionen: Wie Abszesse, Zahninfektionen oder Hautinfektionen.
- Virale Infektionen: Wie Staupe oder Parvovirose.
- Pilzinfektionen: Wie Blastomykose oder Histoplasmose.
- Parasitäre Infektionen: Wie Herzwürmer oder Lyme-Borreliose.
2. Immunvermittelte Erkrankungen
Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise das körpereigene Gewebe angreift, können ebenfalls eine Lymphadenopathie verursachen. Beispiele für solche Erkrankungen sind die immunvermittelte hämolytische Anämie (IMHA) oder die immunvermittelte Thrombozytopenie (IMTP).
3. Krebs
Krebs ist eine weitere bedeutende Ursache für geschwollene Lymphknoten. Das Lymphom, eine Krebsart, die das lymphatische System betrifft, äußert sich häufig durch geschwollene Lymphknoten. Auch andere Krebsarten, wie metastasierende Tumoren, die auf die Lymphknoten übergreifen, können Schwellungen verursachen.
4. Entzündliche Erkrankungen
Entzündliche Erkrankungen wie Allergien oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) können zu geschwollenen Lymphknoten führen. Chronische Entzündungen können das lymphatische System stimulieren und so eine Vergrößerung der Knoten bewirken.
5. Reaktion auf Medikamente oder Impfungen
In einigen Fällen können Hunde auf bestimmte Medikamente oder Impfungen reagieren, was zu einer vorübergehenden Schwellung der Lymphknoten führt.
6. Andere Ursachen
Zu den selteneren Ursachen für eine Lymphadenopathie bei Hunden gehören:
- Trauma: Verletzungen der Lymphknoten oder des umliegenden Gewebes.
- Fremdkörper: Wie Splitter oder Dornen, die eine lokale Infektion verursachen.
- Genetische Veranlagungen: Bestimmte Rassen neigen eher zu lymphknotenbezogenen Erkrankungen, darunter Boxer, Bulldoggen und Golden Retriever.
Symptome geschwollener Lymphknoten bei Hunden
Die Symptome geschwollener Lymphknoten können je nach zugrunde liegender Ursache und Schweregrad der Erkrankung variieren. Häufige Anzeichen sind:
1. Sichtbare Schwellung
Eine Schwellung ist oft in den Bereichen erkennbar, in denen sich Lymphknoten befinden, wie z. B. am Hals, in den Achselhöhlen oder hinter den Knien. Die Schwellung kann von leicht bis stark ausgeprägt sein.
2. Schmerzen oder Unwohlsein
Einige Hunde können Schmerzen oder Unwohlsein in den betroffenen Bereichen verspüren. Sie können empfindlich auf Berührungen reagieren oder Anzeichen von Unbehagen beim Bewegen zeigen.
3. Müdigkeit
Hunde mit geschwollenen Lymphknoten können müde wirken oder weniger aktiv als gewöhnlich sein. Dies kann ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Infektion oder eine systemische Erkrankung sein.
4. Fieber
Fieber ist ein häufiges Symptom, das mit Infektionen einhergeht, welche eine Lymphadenopathie verursachen. Es zeigt an, dass der Körper gegen eine Infektion ankämpft.
5. Appetitlosigkeit
Ein verminderter Appetit oder Futterverweigerung können Symptome geschwollener Lymphknoten sein, insbesondere wenn die Ursache eine systemische Erkrankung ist.
6. Atemwegssymptome
Sind die Lymphknoten im Brustkorb betroffen, können Hunde Atemwegssymptome wie Husten, Atemnot oder pfeifende Atemgeräusche zeigen.
Diagnose geschwollener Lymphknoten bei Hunden
Die Diagnose der Ursache geschwollener Lymphknoten umfasst eine Kombination aus körperlicher Untersuchung, diagnostischen Tests und manchmal bildgebenden Verfahren. Typischerweise werden folgende Schritte unternommen:
1. Körperliche Untersuchung
Der Tierarzt führt eine gründliche körperliche Untersuchung durch und tastet die Lymphknoten ab, um deren Größe, Konsistenz und Druckempfindlichkeit zu beurteilen. Zudem wird auf weitere Krankheitsanzeichen geachtet.
2. Blutuntersuchungen
Blutuntersuchungen, einschließlich eines großen Blutbildes (CBC) und eines biochemischen Profils, können wertvolle Informationen über den allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes liefern und dabei helfen, Infektionen, Entzündungen oder andere Auffälligkeiten festzustellen.
3. Feinnadelpunktion (FNA)
Bei der Feinnadelpunktion wird mit einer dünnen Nadel eine Zellprobe aus dem geschwollenen Lymphknoten entnommen. Diese Probe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht, um Anzeichen für Infektionen, Krebs oder andere Erkrankungen zu erkennen.
4. Biopsie
In einigen Fällen kann eine Biopsie erforderlich sein. Dabei wird chirurgisch ein kleines Stück des Lymphknotens entfernt, um es detaillierter zu untersuchen.
5. Bildgebende Verfahren
Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder CT-Scans können eingesetzt werden, um die Größe und Lage der geschwollenen Lymphknoten zu bestimmen und mögliche Probleme im umliegenden Gewebe oder in den Organen zu identifizieren.
Behandlung geschwollener Lymphknoten bei Hunden
Die Behandlung geschwollener Lymphknoten hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Das Hauptziel besteht darin, die Ursache der Schwellung zu behandeln, was folgende Maßnahmen umfassen kann:
1. Antibiotika
Wenn die Schwellung auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen ist, werden häufig Antibiotika verschrieben, um die Infektion zu beseitigen und die Schwellung zu reduzieren.
2. Antivirale oder antimykotische Medikamente
Bei viralen oder pilzbedingten Infektionen können spezifische antivirale oder antimykotische Medikamente erforderlich sein.
3. Entzündungshemmende Medikamente
Bei Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen können entzündungshemmende Medikamente oder Kortikosteroide eingesetzt werden, um die Schwellung zu lindern und die Symptome zu kontrollieren.
4. Chemotherapie oder Strahlentherapie
Bei einer Lymphadenopathie, die durch Krebs wie ein Lymphom verursacht wird, kann im Rahmen des Behandlungsplans eine Chemotherapie oder Strahlentherapie empfohlen werden.
5. Unterstützende Pflege
Eine unterstützende Pflege, einschließlich Schmerzmanagement, Flüssigkeitstherapie und Ernährungsunterstützung, kann notwendig sein, um dem Hund bei der Genesung zu helfen und seine allgemeine Gesundheit zu erhalten.
6. Operation
In einigen Fällen kann eine chirurgische Entfernung der betroffenen Lymphknoten erforderlich sein, insbesondere wenn diese erhebliche Beschwerden verursachen oder ein Krebsverdacht besteht.
Vorbeugung geschwollener Lymphknoten bei Hunden
Obwohl es nicht möglich ist, alle Fälle von geschwollenen Lymphknoten zu verhindern, können Haustierbesitzer einige Schritte unternehmen, um das Risiko zu verringern:
- Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen: Regelmäßige Kontrolluntersuchungen können dazu beitragen, gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und rechtzeitige Maßnahmen einzuleiten.
- Impfung: Durch einen aktuellen Impfstatus Ihres Hundes können bestimmte Infektionen verhindert werden, die eine Lymphadenopathie verursachen könnten.
- Gute Hygiene und Fellpflege: Eine gute Hygiene und regelmäßige Fellpflege können helfen, Hautinfektionen und andere Erkrankungen zu vermeiden, die zu geschwollenen Lymphknoten führen können.
- Schnelle Behandlung von Infektionen: Eine zeitnahe Behandlung von Infektionen kann deren Ausbreitung verhindern und das Risiko von Komplikationen verringern.
Fazit
Geschwollene Lymphknoten bei Hunden können ein Zeichen für verschiedene zugrunde liegende Gesundheitsprobleme sein, die von Infektionen bis hin zu Krebs reichen. Eine frühzeitige Erkennung, eine genaue Diagnose und eine angemessene Behandlung sind entscheidend für ein effektives Management dieser Erkrankung. Indem Haustierbesitzer die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Lymphadenopathie verstehen, können sie sicherstellen, dass ihre Hunde die bestmögliche Versorgung erhalten und ihre allgemeine Gesundheit sowie ihr Wohlbefinden bewahren.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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