Hunde
Bakterielle Hautinfektionen bei Hunden
Bakterielle Hautinfektionen bei Hunden können Unwohlsein, Juckreiz und Entzündungen verursachen. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmethoden. Entdecken Sie, wie sich bakterielle Infektionen von Pilzinfektionen unterscheiden und ob sie ansteckend sind. Holen Sie sich Expertentipps für eine gesunde Haut Ihres Hundes.
Von Dr. Isabella Miao
5 min read
Bakterielle Hautinfektionen bei Hunden sind ein häufiges, aber frustrierendes Problem für Tierbesitzer. Diese Infektionen können Beschwerden, Juckreiz und Entzündungen verursachen und die Lebensqualität Ihres Hundes erheblich beeinträchtigen. Das Verständnis der Ursachen, Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten ist für eine effektive Therapie unerlässlich. Dieser Artikel befasst sich mit bakteriellen Hautinfektionen bei Hunden, wie sie sich von Pilzinfektionen unterscheiden, den verfügbaren Behandlungsoptionen und der Frage, ob sie ansteckend sind.
Arten von bakteriellen Hautinfektionen bei Hunden
Verschiedene Arten von bakteriellen Hautinfektionen können Hunde betreffen, jede mit unterschiedlichem Schweregrad und Symptomen. Die häufigsten sind:
-
Pyodermie:
Ein Oberbegriff für bakterielle Hautinfektionen, die normalerweise durch Pusteln, Rötungen und Haarausfall gekennzeichnet sind. -
Oberflächliche Pyodermie:
Betrifft die äußeren Hautschichten und wird oft durch eine Überwucherung von Bakterien wie Staphylococcus verursacht. -
Tiefe Pyodermie:
Schwerwiegender; dringt tiefer in die Haut ein und führt zu Abszessen, Geschwüren und erheblichen Beschwerden. -
Impetigo:
Häufig bei Welpen; führt zu Pusteln und verkrusteter Haut, insbesondere am Bauch. -
Interdigitale Pyodermie:
Tritt zwischen den Zehen auf und verursacht Schwellungen, Rötungen und Schmerzen. -
Hot Spots (Akute feuchte Dermatitis):
Rote, feuchte und entzündete Stellen, die plötzlich durch übermäßiges Lecken und Kratzen auftreten. -
Follikulitis:
Eine bakterielle Infektion der Haarfollikel, die rote Beulen, Schorf und Haarausfall verursacht.
Die Identifizierung der Art der bakteriellen Hautinfektion hilft bei der Bestimmung der geeigneten Behandlung.
Was verursacht bakterielle Hautinfektionen bei Hunden?
Bakterielle Hautinfektionen bei Hunden sind oft das Ergebnis eines Ungleichgewichts in der natürlichen Hautflora, wodurch sich Bakterien unkontrolliert vermehren können.
Häufige Ursachen sind:
-
Zugrundeliegende Gesundheitszustände:
Allergien, hormonelle Ungleichgewichte (Hypothyreose, Cushing-Syndrom) und Immunerkrankungen können Hunde anfälliger für Infektionen machen. -
Mangelnde Fellpflege:
Die Ansammlung von Schmutz, Ablagerungen und Feuchtigkeit schafft einen Nährboden für Bakterien. -
Wunden oder Abschürfungen:
Offene Schnittwunden können infiziert werden, wenn Bakterien in die Wunde eindringen. -
Parasitenbefall:
Flöhe, Zecken und Milben können die Haut reizen und zu sekundären bakteriellen Infektionen führen. -
Feuchtigkeitsstau:
Rassen mit Hautfalten (z. B. Bulldoggen, Shar Peis) sind aufgrund eingeschlossener Feuchtigkeit anfällig für Infektionen. -
Übermäßiges Lecken und Kratzen:
Chronischer Juckreiz aufgrund von Allergien oder Stress kann die Haut schädigen und zu Infektionen führen. -
Ernährungsmängel:
Eine schlechte Ernährung kann das Immunsystem schwächen und Hunde anfälliger für bakterielles Überwachstum machen. -
Umweltfaktoren:
Hunde, die schmutzigen oder nassen Bedingungen ausgesetzt sind, entwickeln leichter Hautinfektionen.
Anzeichen einer bakteriellen Hautinfektion bei Hunden
Das frühzeitige Erkennen von Symptomen kann helfen, eine schnelle Behandlung einzuleiten. Anzeichen einer bakteriellen Hautinfektion bei Hunden sind:
-
Rötungen und Schwellungen
-
Pusteln
-
Krustige oder schuppige Haut
-
Haarausfall in betroffenen Bereichen
-
Juckreiz und übermäßiges Kratzen
-
Übler Hautgeruch
-
Wunde oder geschwollene Haut
-
Hautverfärbungen (dunkle Flecken)
-
Nässende oder blutende Wunden
-
Vermehrtes Lecken betroffener Bereiche
-
Hautverdickung bei chronischen Fällen

Bakterielle vs. Pilzhautinfektionen bei Hunden
Bakterielle und pilzbedingte Hautinfektionen weisen ähnliche Symptome auf, weshalb es wichtig ist, sie voneinander zu unterscheiden:
1. Ursache
-
Bakterielle Infektionen: Entstehen oft durch eine Überwucherung von natürlich auf der Haut vorhandenen Bakterien, die meist durch Wunden, Allergien oder Feuchtigkeitsansammlungen ausgelöst wird.
-
Pilzinfektionen: Werden durch Pilze wie Malassezia (Hefe) oder Microsporum (Dermatophytose/Ringelflechte) verursacht. Sie treten häufiger in feuchten Umgebungen auf und resultieren oft aus einem Ungleichgewicht im Mikrobiom der Haut.
2. Symptome
-
Bakterielle Infektionen: Verursachen typischerweise Pusteln (eitergefüllte Beulen), Rötungen, lokalen Haarausfall und manchmal einen üblen Geruch. In schweren Fällen kann die Infektion zu Hot Spots oder tiefen Abszessen führen.
-
Pilzinfektionen: Zeigen sich oft als kreisrunde kahle Stellen, schuppige oder krustige Haut, übermäßige Fettigkeit und in einigen Fällen einen muffigen Geruch.
3. Ansteckungsgefahr
-
Bakterielle Infektionen: Die meisten sind nicht ansteckend, aber einige, wie MRSA-Infektionen, können auf Menschen und andere Haustiere übertragen werden.
-
Pilzinfektionen: Hochansteckend, insbesondere Ringelflechte, die sich leicht zwischen Tieren und Menschen verbreiten kann.
4. Diagnose
-
Bakterielle Infektionen: Werden mittels Hautzytologie, Bakterienkulturen oder Hautbiopsien diagnostiziert.
-
Pilzinfektionen: Werden durch Pilzkulturen, Wood-Lampen-Untersuchungen (bei Ringelflechte) oder mikroskopische Analysen von Hautgeschabseln diagnostiziert.
5. Behandlung
-
Bakterielle Infektionen: Werden typischerweise mit Antibiotika (oral oder topisch), medizinischen Shampoos und Wundversorgung behandelt.
-
Pilzinfektionen: Erfordern Antimykotika, medizinische Shampoos und manchmal systemische Antimykotika.
Häufige Pilzinfektionen bei Hunden sind:
-
Ringelflechte (Dermatophytose) – Verursacht kreisrunde kahle Stellen, Rötungen und schuppige Haut.
-
Hefeinfektionen (Malassezia-Dermatitis) – Führen zu fettiger Haut, Geruchsbildung und Juckreiz.
-
Blastomykose – Eine systemische Pilzinfektion, die Haut und Organe befällt.
-
Aspergillose – Befällt hauptsächlich die Nasengänge und verursacht Ausfluss sowie Schwellungen.
-
Candidiasis – Eine seltene Hefeinfektion, die zu Haut- und Schleimhautreizungen führt.
-
Ein Tierarzt kann Hauttests durchführen, um festzustellen, ob eine Infektion bakteriell oder pilzbedingt ist, und so den richtigen Behandlungsansatz sicherstellen.
Wie man bakterielle Hautinfektionen bei Hunden behandelt
Die Behandlung variiert je nach Schweregrad und Ursache der Infektion. Häufige Behandlungsansätze sind:
1. Veterinärmedizinische Behandlung
-
Antibiotika: Orale oder topische Antibiotika wie Cephalexin, Amoxicillin oder Clindamycin werden häufig verschrieben.
-
Medizinische Shampoos: Antibakterielle Shampoos mit Chlorhexidin oder Benzoylperoxid können helfen, das bakterielle Überwachstum zu reduzieren.
-
Topische Salben: Antibakterielle Cremes und Sprays können die Haut beruhigen und die Infektion lindern.

und stellen Sie das gesunde, glänzende Fell Ihres Hundes wieder her!
-
Steroide oder Antihistaminika: Zur Linderung von Juckreiz und Entzündungen.
-
Probiotika und Nahrungsergänzungsmittel: Zur Unterstützung der Hautgesundheit und des Immunsystems.
2. Hausmittel (Ergänzende Pflege)
-
Kokosöl: Hat natürliche antibakterielle Eigenschaften und kann auf betroffene Stellen aufgetragen werden.
-
Aloe Vera: Hilft, Reizungen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren.
-
Apfelessig (verdünnt): Kann als Spülung verwendet werden, um bakterielles Überwachstum zu bekämpfen.
-
Hafermehlbäder: Helfen, Juckreiz und Reizungen zu lindern.
-
Bittersalz-Bäder: Können bei der Wundheilung helfen und bakterielle Infektionen reduzieren.
3. Vorbeugende Maßnahmen
-
Regelmäßige Fellpflege und Baden mit antibakteriellen Shampoos
-
Die Wohnumgebung des Hundes sauber halten
-
Eine ausgewogene Ernährung zur Unterstützung der Immungesundheit sicherstellen
-
Zugrundeliegende Allergien oder Gesundheitszustände behandeln
-
Floh- und Zeckenschutz bieten
Wann Sie einen Tierarzt aufsuchen sollten
Suchen Sie tierärztliche Hilfe auf, wenn:
- Die Infektion schlimmer wird oder sich durch häusliche Pflege nicht bessert.
- Ihr Hund Schmerzen hat oder übermäßig kratzt.
- Eiter oder übelriechender Ausfluss vorhanden ist.
- Die Infektion sich auf andere Körperteile ausbreitet.
- Anzeichen von Fieber, Lethargie oder Appetitlosigkeit auftreten.
Häufig gestellte Fragen:
1. Können bakterielle Hautinfektionen bei Hunden von selbst heilen?
Leichte Fälle können sich durch gute Hygiene bessern, aber die meisten Fälle erfordern eine tierärztliche Behandlung, um eine Verschlimmerung oder ein Wiederauftreten zu verhindern.
2. Kann ich eine menschliche Antibiotika-Salbe verwenden, um Hautinfektionen bei Hunden zu behandeln?
Dies wird nicht empfohlen, es sei denn, Ihr Tierarzt rät ausdrücklich dazu. Einige Inhaltsstoffe in menschlichen Salben sind giftig für Hunde.
3. Wie lange dauert es, bis eine bakterielle Hautinfektion bei Hunden geheilt ist?
Leichte Infektionen können mit Behandlung innerhalb weniger Wochen abklingen, während schwere Infektionen länger dauern und eine fortlaufende Pflege erfordern können.
4. Beeinflusst die Ernährung bakterielle Hautinfektionen bei Hunden?
Ja, eine schlechte Ernährung kann das Immunsystem schwächen und Hunde anfälliger für Infektionen machen. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen, kann die Hautgesundheit fördern.
5. Kann ich bakteriellen Hautinfektionen bei Hunden vorbeugen?
Ja. Regelmäßige Fellpflege, eine gesunde Ernährung, guter Floh- und Zeckenschutz sowie eine prompte Wundversorgung können das Infektionsrisiko verringern.
Bakterielle Hautinfektionen bei Hunden können schmerzhaft sein, lassen sich aber durch Früherkennung, richtige Behandlung und vorbeugende Pflege effektiv kontrollieren. Konsultieren Sie immer Ihren Tierarzt, um den besten Behandlungsplan für Ihren vierbeinigen Freund zu erstellen.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
Lesen Sie weiter
Verwandte Artikel zur Tiergesundheit
Koriander und Hunde: Freund oder Feind
Koriander ist ein aromatisches Kraut, das einige gesundheitliche Vorteile für Hunde bietet. Erfahren Sie, ob Koriander für Hunde sicher ist, welche potenziellen Vorteile er...
Mehr lesen →
Vaginitis bei Hunden: Die zugrunde liegenden Ursachen entdecken
Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Ursachen von Vaginitis bei Hunden, wie anatomische Probleme, paarungsbedingte Faktoren und mangelnde Hygiene. Wichtiges Wissen für Hundebesitzer, um...
Mehr lesen →Newsletter
Bleiben Sie mit den Gesundheitstipps von Puainta Pet auf dem Laufenden
Erhalten Sie Expertenrat, Wellness-Updates und nützliche Informationen für Ihre Haustiere.