Katzen
Haben weibliche Katzen eine Periode?
Einige Menschen stellen möglicherweise fest, dass sich ihre Katzen über einen bestimmten Zeitraum hinweg anders verhalten und vermehrt miauen, überall urinieren und kratzen. Einige verwandte Studien erklären diese Phase als eine Art Periode der Katze, ähnlich wie bei Frauen. Aber haben weibliche Katzen überhaupt eine Periode?
Von Dr. Isabella Miao
6 min read
Einige Menschen stellen möglicherweise fest, dass sich ihre Katzen über einen bestimmten Zeitraum hinweg anders verhalten und vermehrt miauen, urinieren und überall kratzen. Daher fragen sich manche, warum sich das Verhalten ihrer Katzen in dieser Phase plötzlich ändert. Einige Studien erklären diese Phase als eine Art „Periode“ der Katze, ähnlich wie bei Frauen. Aber ist das wirklich so? Wenn Sie neugierig auf die Antwort sind, lesen Sie diesen Artikel weiter.
Haben weibliche Katzen eine Periode?
Weibliche Katzen haben keine Menstruation wie menschliche Frauen. Stattdessen durchlaufen sie einen Fortpflanzungszyklus, der als Östrus oder „Rolligkeit“ bekannt ist. Während dieses Zyklus, der typischerweise alle 2–3 Wochen auftritt, werden weibliche Katzen paarungsbereit und können trächtig werden. Im Gegensatz zu Menschen, die während der Menstruation die Gebärmutterschleimhaut abstoßen, resorbieren weibliche Katzen die Schleimhaut wieder, wenn sie nicht trächtig werden. Wird eine weibliche Katze trächtig, dauert die Tragzeit etwa 63 Tage, bevor sie Junge zur Welt bringt.
Was ist der Östruszyklus bei Katzen?
Der Östruszyklus bei Katzen bezieht sich auf ihren Fortpflanzungs- oder Rolligkeitszyklus. Es ist die Phase, in der weibliche Katzen fruchtbar und paarungsbereit sind. Die Dauer und Häufigkeit des Östruszyklus kann je nach verschiedenen Faktoren variieren, darunter Rasse, Alter, Gesundheitszustand und Umweltbedingungen der Katze.
Eine allgemeine Übersicht über die Phasen des Östruszyklus bei Katzen:
Proöstrus: Dies ist die Anfangsphase des Östruszyklus und dauert in der Regel 1–2 Tage. In dieser Zeit zeigen weibliche Katzen möglicherweise einige Verhaltensänderungen, wie z. B. erhöhte Unruhe und Lautäußerungen. Sie können auch männliche Katzen anziehen, sind aber noch nicht paarungsbereit.
Östrus: Die Östrusphase ist die Zeit, in der die weibliche Katze fruchtbar und paarungsbereit ist. Sie dauert normalerweise 4–7 Tage, kann aber variieren. Während dieser Phase zeigt die weibliche Katze deutlichere Anzeichen von Rolligkeit, einschließlich verstärkter Lautäußerungen, Reiben an Gegenständen, Heben des Hinterkörpers und Einnehmen der sogenannten „Lordose“-Haltung. Findet eine Paarung statt, folgt der Eisprung in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden.
Interöstrus: Dies ist die Zeit zwischen den Rolligkeitsphasen, in der die weibliche Katze nicht paarungsbereit ist. Sie kann von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen dauern. Wenn die Katze während des Östrus nicht paart, durchläuft sie diese Phase, bevor der nächste Zyklus beginnt.
Es ist wichtig zu beachten, dass Katzen induzierte Ovulatoren sind, was bedeutet, dass sie als Reaktion auf den Paarungsakt Eier freisetzen. Deshalb kann eine einzige Paarung für eine Befruchtung ausreichen. Wenn die weibliche Katze während eines Rolligkeitszyklus nicht paart oder trächtig wird, kann sie schnell in einen weiteren Zyklus eintreten, bis eine Paarung stattfindet oder die Zuchtsaison endet.
Welche Anzeichen deuten auf den Östruszyklus Ihrer Katze hin?
Weibliche Katzen zeigen mehrere Anzeichen, wenn sie rollig sind. Diese Anzeichen können von Tier zu Tier leicht variieren, aber hier sind einige häufige Indikatoren dafür, dass Ihre Katze rollig sein könnte:
Lautäußerungen: Weibliche Katzen in der Rolligkeit werden oft lauter als gewöhnlich. Sie können heulen, laut miauen oder andere charakteristische Laute von sich geben, um männliche Katzen anzulocken.
Vermehrte Zuneigung und Aufmerksamkeitssuche: Katzen in der Rolligkeit können zutraulicher werden, reiben sich an Gegenständen oder Personen und suchen vermehrt nach Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten.
Unruhe und Erregtheit: Unruhe ist ein typisches Verhalten während des Östruszyklus. Ihre Katze könnte auf und ab laufen, ein erhöhtes Aktivitätsniveau zeigen und allgemein unruhig wirken.
Übermäßiges Wälzen und Reiben: Weibliche Katzen in der Rolligkeit wälzen sich möglicherweise auf dem Boden und reiben sich an Möbeln, Wänden oder anderen Gegenständen. Dieses Verhalten dient dazu, ihr Revier zu markieren und männliche Katzen anzulocken.
Gehobener Hinterkörper und „Lordose“-Haltung: Wenn Sie Ihre Katze in der Rolligkeit am unteren Rücken streicheln, nimmt sie möglicherweise eine Haltung ein, die als „Lordose“ bekannt ist. Dabei hebt sie den Hinterkörper, senkt den Vorderkörper und krümmt die Wirbelsäule. Dies ist ein Zeichen dafür, dass sie paarungsbereit ist.
Vermehrtes Urinieren und Markieren: Katzen in der Rolligkeit urinieren möglicherweise häufiger und zeigen zudem ein Markierverhalten, indem sie kleine Mengen Urin im Haus verspritzen.
Veränderungen im Appetit: Manche Katzen erleben während ihres Rolligkeitszyklus einen vorübergehenden Appetitverlust, während andere weiterhin normal fressen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Intensität und Dauer der Rolligkeitsanzeichen von Katze zu Katze variieren können. Wenn Sie vermuten, dass Ihre Katze rollig ist, ist es ratsam, Ihren Tierarzt zu konsultieren, um weitere Hinweise zu erhalten und Optionen zur Bewältigung des Rolligkeitszyklus zu besprechen.
Wie können Sie die Beschwerden Ihrer Katze während der Rolligkeit lindern?
Auch wenn der Rolligkeitszyklus bei weiblichen Katzen unangenehm sein kann, handelt es sich dabei um einen natürlichen Prozess, der nicht unbedingt mit Schmerzen verbunden ist. Dennoch können einige Katzen Verhaltensweisen zeigen, die auf Unbehagen oder Stress hindeuten. Hier sind einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um die Beschwerden Ihrer Katze zu lindern:
Bieten Sie eine ruhige und entspannte Umgebung: Schaffen Sie einen friedlichen Rückzugsort für Ihre Katze, indem Sie Lärm und Störungen minimieren. Stellen Sie sicher, dass sie einen gemütlichen, geschützten Platz hat, an dem sie ungestört ruhen kann.
Bieten Sie Komfort und Wärme: Sorgen Sie für einen warmen und bequemen Bereich, in dem sich Ihre Katze entspannen kann. Dazu gehören ein weiches Bett, Decken oder sogar ein Heizkissen auf niedriger Stufe. Verwenden Sie unbedingt ein speziell für Haustiere entwickeltes Heizkissen, um Verbrennungsrisiken zu vermeiden.
Beschäftigen Sie sich mit sanftem Spiel und Ablenkung: Spielen Sie mit interaktivem Spielzeug mit Ihrer Katze, um ihre Aufmerksamkeit umzulenken und sie körperlich zu beschäftigen. Dies kann helfen, sie von eventuellen Beschwerden abzulenken.
Steigern Sie die Umweltanreicherung: Bieten Sie Ihrer Katze geistige Anregung durch Aktivitäten wie Puzzlespielzeug, Leckerli-Spender oder das Verstecken kleiner Leckereien im Haus. Dies hilft, ihren Geist zu beschäftigen und bietet ein positives Ventil für eventuelle Unruhe.
Konsultieren Sie Ihren Tierarzt: Wenn Sie glauben, dass Ihre Katze während ihres Rolligkeitszyklus übermäßigen Stress oder Schmerzen erleidet, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen weitere Ratschläge geben und sichere sowie geeignete Optionen empfehlen, wie z. B. Medikamente oder hormonelle Behandlungen, um die Symptome zu lindern.
Denken Sie daran, dass die Kastration Ihrer Katze die effektivste langfristige Lösung ist, um Rolligkeitszyklen und damit verbundene Beschwerden zu verhindern. Besprechen Sie die Kastration mit Ihrem Tierarzt als dauerhafte Möglichkeit, diese Probleme zu lösen und gleichzeitig weitere gesundheitliche Vorteile für Ihre Katze zu erzielen.
Ist die Kastration Ihrer Katze gesundheitsfördernd?
Die Kastration (die chirurgische Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutter) kann weiblichen Katzen zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile:
Prävention von Fortpflanzungskrankheiten: Durch die Kastration wird das Risiko einer Gebärmutterentzündung eliminiert und die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Gesäugetumoren verringert, die bei Katzen oft bösartig sind.
Beseitigung rolligkeitsbedingter Verhaltensweisen: Durch die Kastration entfällt der Rolligkeitszyklus bei weiblichen Katzen, wodurch Verhaltensweisen wie Heulen, Umherlaufen und Unruhe verhindert werden, die sowohl für die Katze als auch für den Besitzer belastend sein können.
Vermeidung ungewollter Trächtigkeiten: Durch die Kastration Ihrer Katze werden ungeplante Würfe verhindert, was die Population streunender und verwilderter Katzen reduziert. Zudem werden Risiken im Zusammenhang mit Trächtigkeit und Geburtskomplikationen ausgeschlossen.
Verringertes Risiko für Herumstreunen und Verletzungen: Nicht kastrierte weibliche Katzen zeigen möglicherweise ein verstärktes Herumstreunen auf der Suche nach einem Partner, was sie Gefahren wie Verkehrsunfällen, Verletzungen durch Kämpfe mit anderen Tieren und der Exposition gegenüber Infektionskrankheiten aussetzt.
Verringertes Risiko für bestimmte Krebsarten: Da die Fortpflanzungsorgane entfernt werden, wird durch die Kastration das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkrebs erheblich gesenkt.
Die Kastration wird aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen und zur Populationskontrolle empfohlen. Die Entscheidung sollte jedoch immer in Absprache mit einem Tierarzt getroffen werden, um den besten Weg für Ihre individuelle Katze zu bestimmen.

Fazit:
Tatsächlich haben unsere Katzen keine Periode wie Frauen, sondern durchlaufen einen Östruszyklus, der ebenfalls einige unangenehme Reaktionen bei Katzen hervorrufen kann. Deshalb sollten wir uns genauer über ihren Östruszyklus informieren, um zu wissen, wie wir unseren pelzigen Freunden am besten helfen können.
Über den Autor
Isabella Miao, DVM
Tierarzt
Dr. Isabella Miao ist eine mitfühlende und engagierte Tierärztin mit über 10 Jahren Erfahrung in der außergewöhnlichen Versorgung von Haustieren aller Art. Dr. Miao ist auf Präventivmedizin und Notfallversorgung spezialisiert und setzt sich leidenschaftlich für die Förderung der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens von Tieren ein. Ihr umfangreiches Wissen, kombiniert mit ihrer einfühlsamen Herangehensweise, hat ihr das Vertrauen und die Bewunderung von Tierhaltern und Kollegen gleichermaßen eingebracht.
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